Humane Papillomaviren (HPV)
Infektion
Humane Papillomaviren (kurz: HPV) gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. Etwa 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an. Mehr als 100 verschiedene Typen dieses Erregers sind bekannt. Insbesondere die Hochrisiko-Typen des HP-Virus 16 und 18 können Zellveränderungen verursachen, aus denen sich auch Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann.
Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr bei HPV
Besonders betroffen sind junge, sexuell aktive Menschen – also besonders Jugendliche. Untersuchungen zeigen, dass 74 Prozent aller Infektionen bei Frauen im Alter von 15-24 Jahren festgestellt werden.
Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je höher die Anzahl der Sexualpartner ist. Aber auch verschiedene andere Bedingungen, wie Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, beispielsweise Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper), erhöhen das Risiko einer Infektion mit HP-Viren.
Ungefähr 80 Prozent aller Menschen, die sich mit HPV angesteckt haben, bemerken nichts von ihrer Infektion, weil keine Krankheitszeichen auftreten. Die Infektion heilt nach einiger Zeit von selbst und ohne bleibende Folgen wieder aus. Bei bis zu drei Prozent aller infizierten Frauen verursachen bestimmte HPV-Typen (hauptsächlich HPV 16 und 18, dazu noch etwa 13 weitere Hochrisiko-HPV-Typen) Gebärmutterhalskrebs. Der Gebärmutterhals stellt den Verbindungsteil zwischen der Gebärmutter und der Scheide dar. Diese Erkrankung entwickelt sich nur bei einer chronischen HPV-Infektion über viele Jahre und über mehrere Vorstufen. Wenn die Erkrankung bzw. die Vorstufen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt werden, können sie in der Regel gut behandelt werden.
HPV wird hauptsächlich auf sexuellem Wege übertragen, wenn Viren auf die Schleimhaut oder geschädigte Hautbereiche des Partners gelangen. Durch feinste unbemerkte Einrisse und Wunden oder bei Entzündung können die Viren eindringen. Ebenfalls sind in seltenen Fällen Schmierinfektionen möglich, beispielsweise über Gegenstände oder Körperkontakt beim gemeinsamen Baden. Auch die Mutter-Kind-Übertragung ist während der Geburt möglich.
Impfung
Die Impfung gegen HPV für Mädchen und junge Frauen
Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen. Die Impfung erfolgt in drei Teilimpfungen:
Erste Impfung im Alter von 12 bis 17 Jahren.
Zweite Teilimpfung nach ein bis zwei Monaten (je nach verwendetem Impfstoff).
Die letzte Impfdosis wird nach sechs Monaten verabreicht.
Die Kosten für die HPV-Impfung werden für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei Impfleistungen muss keine Praxisgebühr bezahlt werden.
Die HPV-Impfung kann von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder Inneren Medizin oder in einer gynäkologischen Praxis vorgenommen werden.
Bei den Impfstoffen sind in den Zulassungs-Studien bislang folgende Nebenwirkungen aufgetreten:
Schmerz an der Injektionsstelle ca. 80 Prozent
Schwellung und Rötung 25 Prozent
Juckreiz drei Prozent
Fieber zehn Prozent
Beim Zweifach-Impfstoff werden zusätzlich angegeben:
Kopf- oder Muskelschmerzen über 10 Prozent
Magen-Darm-Beschwerden ein bis 10 Prozent
Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nur selten auf.
Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Mädchen/die Frau eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

