Hib-Impfung bei Kindern

Infektion

„Hib“ (Haemophilus influenzae Typ b) sagt Eltern von heute meist nichts mehr. Eine Impfung für alle Säuglinge empfiehlt die STIKO seit 1990. Daraufhin nahmen in den 90er Jahren Erkrankungen durch das Hib-Bakterium ab, darunter Hirnhaut- und Kehldeckelentzündungen. Inzwischen erkranken nur noch einzelne Säuglinge und Kleinkinder schwer daran. Wie diese Daten zeigen, ist die Impfung der effektivste Weg, Kinder vor Hib-Erkrankungen zu schützen.

Die Bakterien werden durch Husten und Niesen übertragen (Tröpfcheninfektion). Eine Übertragung ist aber auch über Gegenstände möglich.

Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr bei Hib

Bei schwerem Verlauf kann eine Infektion mit Hib-Bakterien zu Hirnhautentzündung, Entzündung des Kehldeckels, Lungenentzündung oder Blutvergiftung („Sepsis“) führen.  Hirnhautentzündungen zeigen sich in hohem Fieber, Erbrechen, Krämpfen und Kopfschmerzen. Kehldeckelentzündungen verursachen ebenfalls hohes Fieber, begleitet von Schluckbeschwerden und Atemnot.

Die Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden. Trotzdem können sich innerhalb kürzester Zeit lebensgefährliche Komplikationen entwickeln, vor allem im ersten Lebensjahr. Eine Hirnhautentzündung kann zu bleibenden Schäden führen. Durch eine Schwellung des Kehldeckels kann es zu Erstickungsanfällen kommen, die zum Tod führen können.

Impfung

Die Kombinationsimpfung gegen Hib (Haemophilus influenzae)

Damit Ihr Kind frühzeitig vor möglichen schweren Verläufen einer Hib-Erkrankung geschützt ist, sollte die Impfung nicht später als angegeben erfolgen. Die Grundimmunisierung besteht aus vier Teilimpfungen:

  • Die erste Impfung erfolgt ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche)
  • Die zweite Impfdosis bekommt das Kind mit vollendetem dritten Lebensmonat.
  • Die dritte Impfdosis erfolgt ab dem vollendeten vierten Lebensmonat.
  • Die letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11-14. Lebensmonat).

Im Rahmen der Grundimmunisierung gegen Hib werden Säuglinge üblicherweise mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft. Bei dieser Impfung wird außer gegen Hib gleichzeitig auch gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Polio (Kinderlähmung) und Hepatitis B geimpft.

Bitte sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über eignete Impftermine. Viele Impfungen können im Rahmen der U-Untersuchungen (Früherkennungsuntersuchungen) gegeben werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen des Sechsfachimpfstoffs

Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Als sehr häufige Impfreaktion kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an. Ebenso können Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizbarkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Hohes Fieber ab 39°C ist häufig, ebenso Infektionen der oberen Atemwege (Bronchitis). Solche Impfreaktionen klingen in der Regel ein bis drei Tagen nach der Impfung wieder ab.

Nebenwirkungen sind sehr selten. In Einzelfällen, d.h. bei weniger als einem von 10.000 Geimpften, kann es bei Säuglingen und jungen Kleinkindern im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Als  weitere seltene Nebenwirkung, die sich schnell und folgenlos wieder zurückbildet, wurde ein kurzzeitiger schockähnlicher Zustand („hypoton-hyporesponsive Episode; HHE“), in dem die Muskeln des Kindes erschlaffen und es nicht ansprechbar ist, beobachtet.
Allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffs sind möglich.

Je nach verwendetem Kombinationsimpfstoff können etwas andere Impfreaktionen oder Nebenwirkungen auftreten, die Unterschiede sind jedoch nicht groß.