Grippe

Infektion

Viele Erwachsene denken: „Grippe-Impfung? Hab ich doch noch nie gebraucht. Mit einer Erkältung werde ich fertig.“
Wenn die echte Virusgrippe (Influenza) eine einfache Erkältung wäre, die im Volksmund auch irrtümlicherweise manchmal „Grippe“ genannt wird, hätten alle, die so denken, vermutlich Recht. Aber die Grippe ist eine wesentlich ernstere Erkrankung: Jedes Jahr im Winter sind es vor allem ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, die wegen einer Influenza ins Krankenhaus müssen oder sogar daran sterben. Diesen Risikopersonen wird daher jährlich die Impfung gegen Grippe empfohlen - am besten im Herbst vor Beginn der Grippe-Saison.

Zudem wird Schwangeren eine Impfung empfohlen. Denn auch sie haben ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen bei einer Grippe. Die Impfung hat dabei eine doppelte Wirkung: auch das Kind profitiert während der Grippe-Saison vom Impfschutz der Mutter.

Darüber hinaus kann es auch für andere Erwachsene sinnvoll sein, sich gegen Grippe impfen zu lassen. So zum Beispiel für alle in medizinischen und pflegerischen Berufen tätigen Personen.

Die Grippe-Viren sind weltweit verbreitet und können sich leicht verändern. Die jährliche Impfung ist die beste Möglichkeit sich und andere gegen die Grippe zu schützen. Sie verringert das Risiko überhaupt zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden.

Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr

Die Grippe ist eine Viruserkrankung, die durch Tröpfchen etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen wird. Zudem kann man sich durch Händeschütteln oder über kontaminierte Gegenstände (beispielsweise Türgriffe) anstecken. Ansteckungsgefahr besteht vor allem dort, wo sich viele Menschen aufhalten, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsstätten, Schulen oder Kaufhäusern.

Etwa ein bis vier Tage nach der Ansteckung beginnt eine Grippe meist plötzlich mit hohem Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Charakteristisch sind auch trockener Reizhusten und eine ungewöhnlich starke Erschöpfung. Schweißausbrüche und Halsschmerzen können hinzukommen. Nach etwa fünf bis sieben Tagen klingen die Krankheitszeichen allmählich wieder ab, wenn keine zusätzlichen Infektionen hinzu kommen. Bis zur gänzlichen Erholung kann es in seltenen Fällen jedoch auch mehrere Wochen dauern.

Eine gefürchtete Komplikation der Grippe ist die Lungenentzündung durch das Virus selbst oder durch zusätzliche Erreger. Sie kann selten sogar innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Auch Entzündungen des Mittelohrs, des Gehirns oder des Herzmuskels sind mögliche Komplikationen einer Grippeerkrankung.

Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Grippe insbesondere für Personen, die bei einer Grippeerkrankung ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Folgen haben:

  • Menschen, die 60 Jahre und älter sind
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei zusätzlichen Gesundheitsrisiken schon ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, angeborene oder später erworbene Störungen des Immunsystems, HIV-Infektion
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen mit stark erhöhtem Risiko sich anzustecken (z. B. Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr oder Beschäftigte im medizinischen Bereich mit Patientenkontakt)
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Auch für Reisende kann die Impfung unter Umständen sinnvoll sein, je nach Ziel und eigenem Gesundheitszustand.

Wird regional oder weltweit ein besonders starker Ausbruch (Epidemie oder Pandemie) erwartet, rufen die Gesundheitsbehörden eventuell noch einmal gesondert zu Impfungen auf, um die weitere schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern oder vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen.

Eine einmalige Impfung bietet Erwachsenen ausreichend Schutz für die gesamte Grippesaison. Weil sich die Grippeviren sehr schnell verändern können, muss diese vor jeder Grippesaison mit dem aktuellen Impfstoff erneut durchgeführt werden. 

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Die Grippeimpfung ist gut verträglich. Auch Schwangere werden beispielsweise in den USA schon seit vielen Jahren geimpft.

Gelegentlich kann es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr nach der Impfung zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen, die auch schmerzen kann. Ebenso können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei weniger als einem von 10.000 Geimpften wurden allergische Reaktionen an der Haut und in den Bronchien beobachtet. Kleine Blutgefäße können sich ebenfalls sehr selten entzünden oder die Zahl der Blutplättchen (verantwortlich für die Blutgerinnung) kann sich vorübergehend verringern. 

Wichtiger Hinweis

Bei einer nachgewiesenen schweren Allergie gegen Hühnereiweiß sollten Sie sich nicht gegen Grippe impfen lassen - es sei denn, ein Impfstoff ohne Rückstände von Hühnereiweiß ist verfügbar. Besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

 

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Helfen Medikamente gegen Grippeviren?

Medikamente, die sich gegen Viren richten, helfen Menschen mit besonders schweren Grippeerkrankungen wenn die Behandlung innerhalb von 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung begonnen wird. Sie dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Bei falscher Einnahme können Viren resistent werden und Nebenwirkungen auftreten.

Kann die Impfung eine Grippeerkrankung auslösen?

Nein. Eine Grippe-Impfung enthält keine vermehrungsfähigen Erreger und kann daher keine Grippe-Erkrankung hervorrufen. Die fälschliche Annahme, die Impfung könne auch die Erkrankung auslösen, beruht auf zwei Umständen: Zum einen wird in der Erkältungssaison geimpft, so kann es passieren, dass Geimpfte zufällig zeitgleich eine Erkältung bekommen und die Impfung dafür verantwortlich halten. Zum anderen können nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Was ist eine Grippe, was ist ein grippaler Infekt?

Häufig wird die Grippe mit sogenannten grippalen Infekten (Erkältung) verwechselt, da sich die Symptome ähneln können. Verlauf und Schwere der Erkrankung unterscheiden sich jedoch deutlich. Charakteristisch für die Grippe sind der unvermittelte heftige Beginn sowie der schwere Verlauf.

Wie gefährlich ist die Grippe wirklich?

Das wechselt von Jahr zu Jahr. In einer durchschnittlichen Saison verursachen Grippeerreger 2 bis 5 Millionen zusätzliche Arztbesuche. Grippeviren können schwere Lungenentzündungen verursachen und führen zu einer Schwächung des Immunsystems. Somit wird weiteren Krankheitserregern das Eindringen in den Körper erleichtert. Eine Grippeerkrankung kann tödlich verlaufen: In einer durchschnittlichen Saison sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen an den Folgen einer Grippe.

Wird durch die Impfung einer werdenden Mutter auch das Kind geschützt?

Ja. Man geht davon aus, dass sich die Antikörper der geimpften Mutter auf das Kind übertragen, so dass es in den ersten Lebensmonaten vor der Grippe weitgehend geschützt sein sollte.

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