Herdenimmunität: Schutz für den Einzelnen und die Gemeinschaft

Durch Impfungen schützt man sich in erster Linie natürlich selbst vor den ansteckenden Krankheiten. Doch es gibt auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für manche Impfungen sind Babys beispielsweise noch zu jung, andere Menschen können aufgrund einer chronischen Erkrankung die eine oder andere Impfung nicht bekommen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind und ihnen Schutz vor der Ausbreitung und Ansteckung mit der Krankheit bieten. Man spricht dann von Herdenimmunität. Der eigene Impfschutz trägt also gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft bei. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten.

Herdenimmunität – das Prinzip

In der Animation wird das Prinzip der Herdenimmunität erläutert. Im Simulator kann man am Beispiel Masern selbst ausprobieren, wie die Gemeinschaft einzelne Menschen, die nicht gegen Masern geimpft werden können, schützen kann.

In der Animation wird das Prinzip der Herdenimmunität erläutert.

Herdenimmunität

Durch Impfungen sich und andere schützen.

Herdenimmunität – am Beispiel Masern Refresh

Herdenimmunität – der Simulator

So einfach geht es: Über Schieberegler definieren, wie viele Menschen geimpft sind. Durch Klicken auf einen Nichtgeimpften eine Infektion auslösen und beobachten was passiert.

Impfquote bestimmen

Masern können sich ungehindert ausbreiten.
Herdenimmunität bietet begrenzten Schutz. Regionale Masern-Ausbrüche sind möglich.
Herdenimmunität bietet den einzelnen Ungeimpften Schutz. Masern können sich nicht mehr ausbreiten.
Nichtgeimpfte
Geimpfte
Infizierte
(gesamt: 176 Personen)
Hilfe

Erläuterungen zum Simulator
„Herdenimmunität – am Beispiel Masern“

Steuerung
Über den Schieberegler lässt sich die Impfquote der dargestellten Bevölkerungsgruppe einstellen. Durch Klicken auf einen Nichtgeimpften (graue Figuren) lässt sich eine Infektion auslösen und die sich daran anschließende Ausbreitung des Erregers beobachten. Figuren, die sich angesteckt haben, färben sich rot. Grün sind diejenigen Figuren dargestellt, die geimpft sind.

Hinweis
Bei dem vorliegenden Simulator handelt es sich um eine vereinfachte schematische Darstellung, die das Prinzip der Herdenimmunität veranschaulichen soll. Besonderheiten und Eventualfälle sind nicht berücksichtigt, wie etwa die Tatsache, dass Menschen sich im Raum bewegen und dadurch die Verbreitung eines Erregers befördern können oder die – wenn auch statistisch kleine – Möglichkeit, dass Geimpfte keinen vollständigen Schutz gegen die Krankheit aufbauen.

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Das Beispiel: Kinderlähmung

Viele Erkrankungen, die in Deutschland nur noch selten vorkommen, sind in anderen Teilen der Welt noch immer verbreitet. Ein Beispiel ist die Kinderlähmung (Polio). Die Krankheit gilt in ganz Europa und auf dem amerikanischen Kontinent zwar als ausgerottet. Trotzdem ist es auch heute noch wichtig, dass weiterhin gegen Kinderlähmung geimpft wird. Denn würde die Kinderlähmung, die in Teilen Asiens und Afrikas weiterhin vorkommt, zum Beispiel durch Reisende nach Deutschland gelangen und auf eine weitgehend ungeimpfte Bevölkerung treffen, wäre eine erneute Ausbreitung möglich. Um einen Ausbruch in Deutschland zu verhindern, wird mit einer hohen Impfquote in der Gesamtbevölkerung die Herdenimmunität aufrechtgehalten.

Elimination der Masern und Röteln

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung von Masern und Röteln weltweit zu verhindern. Dies ist möglich, wenn langfristig 95 Prozent der Bevölkerung gegen diese Krankheiten geschützt sind. Durch den Impfschutz der Gemeinschaft (Herdenschutz) wären dann auch Menschen vor einer Ansteckung geschützt, die nicht geimpft werden können, - darunter beispielsweise junge Säuglinge.

In einigen Regionen der Welt sind Masern aufgrund hoher Impfquoten heute so selten, dass sie als masernfrei gelten, so zum Beispiel Nord- und Südamerika. In Deutschland ist das WHO-Ziel noch nicht ganz erreicht. So ist es in Deutschland in den vergangenen Jahren immer wieder zu regionalen Masernausbrüchen gekommen.  Dabei steckten sich vermehrt auch Jugendliche und Erwachsene bis etwa Mitte vierzig an. Für Kinder und Jugendliche sind zwei Impfungen gegen Masern und Röteln empfohlen. Die Impfung  erfolgt mit einem Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff). Während die Impfquote für die erste Masern-Impfung bei Kindern kurz vor der Einschulung zwar schon die 95 Prozent-Marke erreicht hat, fehlt die 2. Impfung allerdings noch häufiger. Es wird empfohlen, fehlende Impfungen möglichst bald nachzuholen.

Auch Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und in der Kindheit noch keine oder nur eine Impfung gegen Masern bekommen haben, sollten sich noch einmal gegen Masern impfen lassen. Der eigene Impfschutz kann schnell durch einen Blick in den Impfpass überprüft werden.

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