12. August 2015

Kein Autismus durch Masern-Impfung

Eine weitere aktuelle Studie bestätigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Masern-Impfung und Autismus gibt.

Eine weitere aktuelle Studie bestätigt, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Masern-Impfung und Autismus gibt. Geimpfte Kinder haben gegenüber ungeimpften kein höheres Risiko an Autismus bzw.  einer Störung aus dem Autismus-Spektrum (ASS ), wie beispielsweise dem Asperger-Syndrom, zu erkranken. Dies gilt auch für Kinder, die ein älteres Geschwister mit ASS haben und deren Risiko für eine Autismus-Erkrankung damit erhöht ist. Um die Frage beantworten zu können, ob ein Zusammenhang besteht oder nicht, werteten US-amerikanische Wissenschaftler um Dr. Anjali Jain die Daten von 95.727 geimpften und ungeimpften Kindern mit älteren Geschwistern aus den Jahren 2001 bis 2012 aus (Jain et al. JAMA 2015; 313 (15); http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2275444).

Die aktuelle Studie vergleicht das Auftreten von Autismus und ähnlichen Erkrankungen bei Kindern, deren Geschwister gesund sind, und Kindern, deren ältere Geschwister an Autismus erkrankt sind (1.929 Kinder): 0,9% der Kinder mit gesundem älterem Geschwisterkind erkrankten an ASS. 6,9% der Kinder, die ein älteres Geschwister mit ASS hatten, erkrankten. Wie häufig eine Autismus-Erkrankung auftrat, war unabhängig davon, ob das Kind geimpft war oder nicht.

Im Februar 1998 war eine Studie von A. Wakefield mit Daten von 13 Kindern erschienen, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Autismus und Masern-Mumps-Röteln-Impfung hinwies. In den folgenden Jahren konnten Studien anderer Wissenschaftler einen solchen Zusammenhang nicht bestätigen. Im Jahr 2010 wurde die ursprüngliche Studie von A. Wakefield schließlich vom medizinischen Fachblatt „The Lancet“ offiziell zurückgezogen. Wakefield war nachgewiesen worden, die Ergebnisse seiner Studie  gefälscht zu haben.

In den Jahren bis es dazu kam, sind viele Kinder nicht oder sehr spät gegen Masern geimpft worden. Die Eltern zögerten besonders, wenn das zu impfende Kind ein Geschwister mit Autismus besaß. Auch nachdem die Studie aufgrund gefälschter Ergebnisse zurückgezogen worden war, kursierte das Gerücht, das ein Zusammenhang mit der Masern-Impfung bestünde, in Elternkreisen weiter.
Eltern können heutzutage beruhigt sein: Zahlreiche Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass die Masern-Impfung keinerlei Einfluss auf das Risiko einer Autismus-Erkrankung hat. Sie hat auch keinen Einfluss auf den Beginn oder den Schweregrad der Krankheit.