10. September 2015

Pneumokokken: Eine Impfung weniger für Säuglinge

Weniger Impfungen gegen Pneumokokken für Säuglinge und Kleinkinder empfohlen: 2+1-Impfschema statt 3+1.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat das Impfschema gegen Pneumokokken für Säuglinge und Kleinkinder angepasst. Statt den bisherigen vier Impfungen sollen Säuglinge zukünftig  nur drei erhalten -  und zwar im Alter von 2, 4 und 11 bis 14 Monaten. Damit die Impfung die bestmögliche Wirksamkeit entfalten kann, ist die rechtzeitige Gabe der einzelnen Impfungen, insbesondere der dritten Impfdosis, im jeweils empfohlenen Alter wichtig. Lediglich für Frühgeborene (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) wird aufgrund der zurzeit noch nicht ausreichenden Datenlage  unverändert das alte 3+1-Schema empfohlen. Frühgeborene sollen demnach wie bisher je eine Impfung im Alter von 2, 3, 4 und 11 bis 14 Monaten erhalten. Viele andere Länder nutzen dieses 2+1-Schema bereits. Beispielsweise ist auch in Österreich seit 2010 die dreimalige Pneumokokkenimpfung empfohlen.


Da Kleinkinder ein noch unreifes Immunsystem haben, können Pneumokokken bei ihnen besonders schwere Erkrankungen, sogenannte invasive Pneumokokken-Infektionen hervorrufen. Es besteht die Gefahr, dass sie lebensbedrohliche Entzündungen der Lunge oder der Hirnhäute oder auch eine Blutvergiftung auslösen.

Die Impfung gegen Pneumokokken wird von der STIKO seit Juli 2006 für alle Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen sowie für bisher nicht geimpfte Kinder und Jugendliche mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung. Auch Erwachsenen ab 60 Jahre und chronisch Kranken in jedem Lebensalter empfiehlt die STIKO, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen.

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