FSME-Impfung bei Erwachsenen

Krankheitsbild der FSME

Nach dem Stich einer mit FSME infizierten Zecke entwickelt ca. jeder Dritte Krankheitszeichen. Etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich treten zunächst grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel auf, die sich nach einigen Tagen wieder zurückbilden. Für die meisten der Betroffenen ist die Krankheit hiermit überstanden.

Bei etwa jedem zehnten Erkrankten kommt es aber nach etwa einer Woche zu einem zweiten Krankheitsgipfel mit hohem Fieber, Erbrechen und Entzündungszeichen von Gehirn, Hirnhäuten oder Rückenmark (Meningoenzephalitis, Myelitis). Weitere mögliche Krankheitszeichen sind Bewegungsstörungen, Lähmungen oder verändertes Bewusstsein bis hin zum Koma. Bei älteren Menschen ist häufig auch das Rückenmark mitbetroffen, was zu Schluck- und Sprachbeschwerden, Lähmungen im Gesichtsbereich sowie Atemlähmungen führen kann.

Bei etwa jedem fünften Erkrankten mit Zeichen einer Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarkentzündung bleiben lang anhaltende oder dauerhafte Schäden zurück. Etwa jeder Hundertste mit diesen schweren Komplikationen stirbt an der Infektion. Schwere Krankheitsverläufe kommen überwiegend im Erwachsenenalter vor.

Eine ursächliche Behandlung gegen die FSME gibt es nicht. Es können nur die Krankheitszeichen, wie z. B. das Fieber, behandelt werden.

Gemeldete FSME-Fälle 2016, aufgeteilt nach Altersgruppen

Quelle: Robert Koch-Institut, SurvStat, http://www3.rki.de/SurvStat, Datenstand: 23.08.2017

Altersgruppierung Erkrankungen
0 - 4 8
5 - 9 12
10 - 14 11
15 - 19 11
20 - 24 14
25 - 29 15
30 - 39 30
40 - 49 56
50 - 59 86
60 - 69 66
70+ 39

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Wie entfernt man eine Zecke?

Zecken sollte man möglichst schnell mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument gerade herausziehen. Es ist gut, wenn man darauf achtet, dass der Körper der Zecke möglichst nicht gequetscht wird, da sonst Krankheitserreger aus der Zecke in die Stichstelle hereingedrückt werden können. Nach dem Herausziehen der Zecke sollte die Stelle sorgfältig desinfiziert werden.

Auf keinen Fall sollte man die Zecke mit Klebstoff oder Nagellack beträufeln, da hierdurch die Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen noch begünstigt werden kann.

Treten kurz nach einem Zeckenstich Krankheitszeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder eine ringförmige Rötung im Bereich der Stichstelle auf, sollte in jedem Fall ein Ärztin bzw. ein Arzt aufgesucht werden.

Ab welchem Alter können Kinder gegen FSME geimpft werden?

Da Kinder gern in der Natur spielen, ist für sie das Risiko größer, von einer Zecke gestochen zu werden. Allerdings verläuft die FSME bei Kindern meist leichter als bei Jugendlichen und Erwachsenen. Kinder können ab dem ersten Geburtstag geimpft werden. Bei Kindern unter drei Jahren kann es durch die Impfung in bis zu 15 Prozent der Fälle zu einer Fieberreaktion kommen. Deshalb sollte in diesem Alter mit der Ärztin bzw. dem Arzt besprochen werden, wie hoch das tatsächliche Ansteckungsrisiko für das Kind im Einzelfall ist.

Um Kinder auch vor anderen durch Zecken übertragbaren Krankheiten wie der Borreliose zu schützen, sollten nach Aufenthalt in der Natur Körper und Kleidung sorgfältig auf Zecken abgesucht und diese so schnell wie möglich entfernt werden.

Kann man sich auch noch nach einem Zeckenstich durch eine Impfung schützen?

Eine nachträgliche Impfung nach einem Zeckenstich wird nicht empfohlen, da sie eine Infektion mit den FSME-Viren sehr wahrscheinlich nicht verhindern kann.

Sollte der Impfschutz gegen FSME durch eine Blutuntersuchung kontrolliert werden?

Bei Personen mit einer gestörten Immunabwehr und im Alter über 50 Jahren ist es sinnvoll, ein bis zwei Monate nach der zweiten Impfung gegen FSME (normales Impfschema) bzw. nach der dritten Impfung (Schnellschema) die Schutzwirkung mit einer Blutuntersuchung zu überprüfen. Ist die Antikörperkonzentration hierbei nicht ausreichend, kann noch eine zusätzliche Impfung gegeben werden.

Können alle Zecken in FSME-Risikogebieten das Virus übertragen?

Glücklicherweise sind auch in Risikogebieten nicht alle Zecken von dem FSME-Virus befallen. Je nach Region kann etwa jede tausendste bis jede zwanzigste Zecke die Krankheit übertragen. Nach dem Stich einer infizierten Zecke treten bei einem knappen Drittel der gestochenen Menschen Krankheitserscheinungen auf. Diese können vor allem bei Erwachsenen schwerwiegend sein und besonders bei älteren Menschen bleibende Schäden hinterlassen. Etwa jeder hundertste Erkrankte stirbt an der Infektion. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, können nur die Symptome behandelt werden, ein speziell gegen die FSME-Viren wirksames Medikament gibt es nicht.