Keuchhusten-Impfung bei Erwachsenen

Impfung

Die STIKO empfiehlt allen Erwachsenen einmalig eine Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten). Die nächste Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie (gegebenenfalls und/oder Kinderlähmung) sollte als Kombinationsimpfung, die auch eine Keuchhustenkomponente enthält, gegeben werden.

Grundimmunisierung

Normalerweise erfolgt die Grundimmunisierung im Kindesalter. Sie kann aber jederzeit nachgeholt werden, dafür reicht im Erwachsenenalter eine Impfung.

Auffrischimpfung

Zum Schutz von Neugeborenen sollten Frauen im gebärfähigen Alter sicher sein, dass ihre letzte Impfung gegen Pertussis nicht länger als 10 Jahre zurück liegt. Das gilt auch für Personal im Gesundheitsdienst (z.B. Hebammen, Ärzte) sowie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Altenheimen.

Enge Kontaktpersonen eines Säuglings (z.B. Großeltern, Babysitter, Tagesmütter) sollten spätestens vier Wochen vor der Geburt eine Auffrischimpfung erhalten, notfalls geht das auch noch später. Davon ausgenommen sind nur Erwachsene, die in den letzten zehn Jahren bereits gegen Keuchhusten geimpft wurden.

Impfstoffe

Es gibt verschiedene Kombinationsimpfstoffe für Erwachsene. Sie enthalten Komponenten zum Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und/oder Pertussis (Keuchhusten) und/oder Polio (Kinderlähmung).

Pertussis-Impfstoff ist nicht einzeln erhältlich.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin berät Sie, wann und welche Kombinationsimpfung für Sie sinnvoll ist.

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Die Impfung ist gut verträglich. Bei bis zu einem Drittel der Geimpften kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Selten schwillt die gesamte Gliedmaße an. Gelegentlich können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise eine Temperaturerhöhung, Frösteln, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Nebenwirkungen sind sehr selten. Allergische Reaktionen sind möglich. In Einzelfällen sind nach der Impfung Erkrankungen des Nervensystems außerhalb von Gehirn und Rückenmark beschrieben worden. Dies äußerte sich beispielsweise durch Lähmungen, Missempfindungen, Erschöpfungszustände, Übererregbarkeit oder fortschreitende Ausfälle.

Je nach verwendetem Kombinationsimpfstoff können etwas andere Impfreaktionen oder Nebenwirkungen auftreten, die Unterschiede sind jedoch nicht groß.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Keuchhusten: Bin ich als Erwachsener überhaupt gefährdet?

Ja. Seit einigen Jahren tritt Keuchhusten (Pertussis) immer häufiger auch bei Erwachsenen auf. Noch 1995 betraf Keuchhusten schwerpunktmäßig Jugendliche, im Jahr 2009 lag das durchschnittliche Alter eines Keuchhusten-Patienten bei 42 Jahren.

Allen Erwachsenen wird eine einmalige Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und ggf. Kinderlähmung (Polio) empfohlen (siehe auch im Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/).

Warum erkranken heutzutage häufiger Erwachsene an Keuchhusten?

Vor Einführung der Impfung (1955) starben in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Kinder an einer Infektion mit Keuchhusten. Der Erreger zirkulierte ständig in der Bevölkerung. Seitdem sind die hohen Erkrankungs- und Todeszahlen stark zurückgegangen und auch der Erreger zirkuliert seltener. Aber weder die Krankheit, noch die Impfung hinterlassen lebenslangen Schutz. Daher erkranken nun häufiger Erwachsene - ihr Immunsystem hat ,,vergessen" wie der Erreger aussieht. Mit Hilfe von Auffrischimpfungen ist es möglich, auch Erwachsene zu schützen.

Allen Erwachsenen wird eine einmalige Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie und ggf. empfohlen (siehe auch im Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/).

Darf erneut gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und ggf. Kinderlähmung geimpft werden, wenn die letzte Impfung weniger als 5 Jahre zurückliegt?

Ja. Neuere Studien haben gezeigt, dass auch schon 18 Monate oder sogar nur einen Monat nach der letzten Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und ggf. Kinderlähmung (Polio) erneut geimpft werden kann. Die Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterscheiden sich nicht wesentlich gegenüber Impfungen mit mehr Abstand.

Wie kann man Keuchhusten (Pertussis) bei Erwachsenen erkennen?

Keuchhusten ist im Erwachsenenalter nur schwer anhand der Symptome zu erkennen. Relativ typisch sind der langwierige Verlauf über mehrere Wochen bis Monate hinweg mit quälenden Hustenattacken. Nur eine Laboruntersuchung auf Antikörper gegen eines der Gifte, die die Erreger ausscheiden (Pertussistoxin), gibt verlässlich Auskunft. Deshalb können Erwachsene ohne es zu wissen eine Ansteckungsquelle für andere Menschen sein (beispielsweise Säuglinge). 

Allen Erwachsenen wird eine einmalige Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie und ggf. empfohlen (siehe auch im Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/).

Verursacht die Keuchhusten-Impfung Hirnschäden?

Nein. In den 70er Jahren hatten einige Mediziner den Verdacht, der damals verwendet ,,Ganzkeimimpfstoff", der ganze abgetötete Keuchhusten-Bakterien enthielt, könnte für seltene Hirnschäden bei Säuglingen verantwortlich sein. Die Keuchhusten-Impfung wurde damals vorsichtshalber ausgesetzt. Der Verdacht erhärtete sich nicht. Inzwischen haben eingehende Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und Hirnschäden bei Säuglingen finden können. In Deutschland wird seit 1991 wieder gegen Keuchhusten geimpft, wenige Jahre später dann mit so genanntem ,,azellulärem" Impfstoff, der nur ausgewählte Teile des Bakteriums enthält und seltener Fieber und andere Impfreaktionen auslöst.

Kann die Impfung eine Keuchhusten-Erkrankung auslösen?

Nein. Der Impfstoff enthält unschädlich gemachte Gifte der Erreger und andere ausgewählte Teile des Bakteriums, gegen die die Körperabwehr aktiv werden soll. Eine Keuchhusten-Erkrankung ist dadurch nicht möglich.