HPV-Impfung bei Jugendlichen

Impfung

Die Impfung gegen HPV für Mädchen und junge Frauen

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen und junge Frauen. Im August 2014 wurde das Impfalter vorgezogen, so dass Mädchen möglichst im Alter von 9 bis 14 Jahren statt wie bisher empfohlen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen HPV geimpft werden sollten. Wurde man als Mädchen noch nicht gegen HPV geimpft, sollten fehlende Impfungen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Das Alter für die Impfung wurde herabgesetzt, damit junge Frauen einen Impfschutz gegen HPV aufbauen können, bevor sie sexuell aktiv werden. Denn für den bestmöglichen Schutz, sollte die Impfung möglichst vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Je nach Alter sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei oder drei Impfungen erforderlich.

HPV-Impfstoffe

Seit mehreren Jahren gibt es einen Zweifach-Impfstoff gegen die beiden Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 sowie einen Vierfach-Impfstoff gegen die HPV -Typen 16, 18 sowie 6 und 11. Die HPV-Typen 6 und 11 können Genitalwarzen verursachen. Ein weiterer, neuer Neunfach-Impfstoff, der zusätzlich gegen die Hochrisiko-Typen HPV 31, 33, 45, 52 und 58 wirkt, ist im Jahr 2016 hinzugekommen.

Impfung im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahre

Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei Impfungen erforderlich, wenn der empfohlene Abstand zwischen den beiden Impfungen eingehalten wird. Die zweite Impfung erfolgt mindestens fünf oder sechs Monate (je nach Impfstoff) nach der ersten. Der Abstand sollte 13 Monate nicht überschreiten. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt informiert Sie über die genauen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen.

Impfung ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahre

Ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren (je nach Impfstoff) wird dreimal gegen HPV geimpft. Abhängig vom Impfstoff wird die zweite Impfung einen bis zweieinhalb Monate nach der ersten Impfung gegeben. Die letzte Impfung erfolgt in der Regel sechs Monate (je nach Impfstoff frühestens drei Monate) nach der ersten Impfung. Die drei Impfungen sollten möglichst innerhalb eines Jahres verabreicht werden.

Wo kann man sich gegen HPV impfen lassen?

Die HPV-Impfung kann von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder Inneren Medizin oder bei der Frauenärztin bzw. dem Frauenarzt vorgenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Als häufigste Nebenwirkungen werden Schmerzen, Rötung oder eine Schwellung an der Einstichstelle beschrieben. Diese Beschwerden treten auch bei vielen anderen Impfungen auf und zeigen an, dass der Körper sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Andere häufigere Impfreaktionen sind Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Übelkeit, Juckreiz und Schwindel.

Schwere Nebenwirkungen treten nur selten auf. Allergische Reaktionen sind möglich. Besteht eine Unverträglichkeit gegenüber einem Bestandteil des Impfstoffs, kann nicht geimpft werden.

Die Impfung muss bei schweren, behandlungsbedürftigen Erkrankungen verschoben werden.

Hinweis:

Nach der Impfung ist eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Deshalb ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, regelmäßig zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung zu gehen.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Was bedeutet "HPV"?

HPV ist die Abkürzung für das Humane Papilloma-Virus. Von diesem Virus gibt es ca. 100 verschiedene Typen. Etwa 40 von ihnen können beim Menschen zu Erkrankungen an Haut und Schleimhäuten der Geschlechtsorgane, aber auch des Mund-Rachenbereichs verursachen. Humane Papilloma-Viren treten weltweit auf und sind die häufigsten Viren, die durch Sexualkontakte übertragen werden.

Die HPV-Typen werden unterschieden in:

  • Niedrigrisiko-Typen wie z.B. HPV 6 und 11 – diese können u.a. Feigwarzen und leichte Zellveränderungen verursachen
    und
  • Hochrisiko-Typen wie z.B. HPV 16 und 18 – sie können zu Zellveränderungen aller Schweregrade führen.

Etwa 80 Prozent der HPV-Infektionen heilen innerhalb von 6 bis 18 Monaten ohne Behandlung aus. In ca. 20 Prozent der Fälle gelingt es jedoch der körpereigenen Immunabwehr nicht, die Viren auszuschalten. Bei solchen länger anhaltenden Infektionen können sich Zellveränderungen verschiedener Schweregrade bis hin zu Krebsvorstufen, Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten entwickeln. Zwischen der Infektion mit HP-Viren bis zum Auftreten von dadurch verursachtem Krebs vergehen meist mehrere Jahre.

Wer übernimmt die Kosten der HPV-Impfung?

Seit August 2014 empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung gegen HPV für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Fehlende Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Diese Empfehlung ist Grundlage für die Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Sobald die Aufnahme der geänderten Empfehlung in die Schutzimpfungsrichtlinie erfolgt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Impfung für Mädchen und junge Frauen im Alter von 9 bis 17 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Kosten der Impfungen gegen HPV für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren von den Krankenkassen gezahlt. Dies entspricht der alten Empfehlung zur HPV-Impfung.

Einige Krankenkassen erstatten die Impfung bereits seit Jahren über den Rahmen der STIKO-Empfehlungen hinaus, so dass es sich lohnt, bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen.

Ist auch beim Petting eine Ansteckung mit HPV möglich?

Ja, denn HPV wird von Haut zu Haut weitergegeben, bei direkter Berührung oder auch durch abwechselndes Streicheln.

Kann nach Beginn der Impfserie zum Aufbau des HPV-Impfschutzes zwischen den verfügbaren Impfstoffen gewechselt werden?

Es wird empfohlen alle Impfungen zum Aufbau des HPV-Impfschutzes mit dem gleichen Impfstoff durchzuführen. Wurde beispielsweise der Zweifachimpfstoff geimpft, sollte die Impfserie auch mit diesem Impfstoff abgeschlossen werden. In gleicher Weise sollte mit dem Vierfach- oder dem neuen Neunfach-Impfstoff gegen HPV geimpft werden, wenn mit diesem begonnen wurde.

In absehbarer Zeit wird der Vierfach-Impfstoff voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Dann sollte nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine mit dem Vierfach-Impfstoff begonnene Impfserie mit dem Neunfach-Impfstoff abgeschlossen werden. Die STIKO weist daraufhin, dass nach aktuellem Wissen ein vollständiger Impfschutz gegen die zusätzlichen HPV-Typen, die im Neunfach-Impfstoff enthalten sind, voraussichtlich nur nach zwei bzw. drei Impfungen (je nach Alter zum Zeitpunkt der Impfung) erzielt werden kann (siehe Mitteilung der STIKO: www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/16_16.pdf.

Warum ist es wichtig, dass Frauen auch nach der HPV-Impfung an der Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs teilnehmen?

Zwar werden 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs durch die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 verursacht. Darüber hinaus sind jedoch mindestens 13 weitere Hochrisiko-Typen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Da die Impfung nicht gegen alle HPV-Typen schützt, die Krebs hervorrufen können, ist es wichtig, dass auch geimpfte Frauen ab einem Alter von 20 Jahren regelmäßig zu den Früherkennungsuntersuchungen gehen. Dann können Zellveränderungen und Krebsvorstufen erkannt und behandelt werden, bevor es zu einer Krebserkrankung kommt.