Mumps-Impfung bei Jugendlichen

Impfung

Die Impfung gegen Mumps

Durch eine zweimalige Impfung kann Mumps wirksam vorgebeugt werden. Üblicherweise wird mit einem Kombinationsimpfstoff gleichzeitig auch gegen Masern und Röteln geimpft. Bis zum zweiten Geburtstag sollten alle Kinder zweimal geimpft sein. Vielen Jugendlichen fehlt jedoch noch die zweite Impfung. Im Jahr 2005 hatte rund ein Viertel der Erstklässler sie noch nicht erhalten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einen vollständigen Mumps-Schutz besonders auch allen Jugendlichen, die als Praktikanten oder Auszubildende in der Kinderheilkunde, sowie in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergarten) arbeiten.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn ein Jugendlicher eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

Mögliche Nebenwirkungen nach Impfung

Bei etwa 5 von 100 Geimpften kommt es nach der Impfung durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Diese kann kurzfristig auch schmerzen. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe der Einstichstelle an. In den ersten drei Tagen werden auch häufiger Allgemeinsymptome beobachtet wie eine leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden.

Da es sich um eine kombinierte Lebendimpfung mit abgeschwächten Masern-, Mumps- und Röteln-Impfviren handelt, können in den ersten vier Wochen nach der Impfung bei etwa zwei bis fünf von 100 Geimpften leichte, nicht ansteckende „Impf-Masern“ beobachtet werden. Anzeichen sind Fieber verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. Auch eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist gelegentlich möglich. Von Jugendlichen und Erwachsenen sind Gelenkbeschwerden berichtet worden. Selten werden eine leichte Hodenschwellung oder eine ebenfalls leichte Reaktion der Bauchspeicheldrüse beobachtet.

Solche Impfreaktionen sind in der Regel vorübergehend und klingen folgenlos wieder ab.

Im Rahmen einer Fieberreaktion nach Impfung kann sich bei weniger als 1 von 1.000 geimpften Kindern ein Fieberkrampf entwickeln, der in der Regel ohne weitere Folgen bleibt. Jugendliche leiden jedoch nur äußerst selten an einem Fieberkrampf. Sehr selten sind auch allergische Reaktionen auf den Impfstoff. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wurden länger andauernde Gelenkentzündungen beobachtet. In Einzelfällen vermindert sich vorübergehend die Zahl der Blutplättchen, die für die Gerinnung zuständig sind. Wie in Folge der Krankheit wird als sehr seltene Nebenwirkung auch eine mögliche Gehirnentzündung nach der Impfung diskutiert; weltweit sind diese nach Impfung in wenigen Einzelfällen beobachtet worden. Ein Zusammenhang mit der Impfung konnte jedoch nicht belegt werden.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Ist Mumps eine reine Kinderkrankheit?

Mumps wird landläufig oft als so genannte „Kinderkrankheit“ bezeichnet. Das hat seinen Grund in der Übertragung der Erreger: Da Mumps sehr ansteckend ist, erkrankten früher die meisten Menschen bereits als Kind daran. Jugendliche und Erwachsene können sich aber ebenso anstecken. Ist nur ein Teil der Bevölkerung geimpft, werden die Abstände zwischen den Mumps-Ausbrüchen größer. Das führt dazu, dass vermehrt auch ungeimpfte Kinder sich erst als Jugendliche oder als Erwachsene anstecken. Zwischen 2013 und 2015 wurden in Deutschland etwa 2.100 Mumpserkrankungen gemeldet. Besonders häufig erkrankten die 5 bis 9-Jährigen sowie Jugendliche und junge Erwachsene.

Kann bei Allergie gegen Hühnereiweiß mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff geimpft werden?

Wenn Sie gegen Hühnereiweiß allergisch sind, können Sie dennoch in der Regel die MMR-Impfung erhalten.

Die MMR-Impfung enthält Spuren von Hühnereiweiß. Daher gibt es gelegentlich das Gerücht, Allergiker sollten sich nicht gegen MMR impfen lassen.

Das Hühnereiweiß im Impfstoff ist jedoch nicht das gleiche Eiweiß wie in einem Hühnerei und im MMR-Impfstoff nur in geringen Mengen vorhanden. Studien haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der Personen, die gegen Hühnereiweiß allergisch ist, den Impfstoff vertragen.

Beraten Sie sich im Fall einer Hühnereiweiß-Allergie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was tun bei Ansteckungsgefahr durch Mumps-Erkrankung?

Gesunde Menschen, die bisher nicht geimpft sind oder Mumps bereits durchlebt haben und Kontakt zu Mumps-Erkrankten hatten, können sich noch nach einer möglichen Ansteckung impfen lassen. Die Impfung sollte optimalerweise in den ersten drei Tagen nach Kontakt mit einem Mumpserkrankten erfolgen. Da es sich beim MMR-Impfstoff um einen Lebend-Impfstoff handelt, kann während der Schwangerschaft nicht geimpft werden.

Löst die Mumps-Impfung Diabetes aus?

Nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es keinen Hinweis darauf, dass Impfungen im Kindesalter Diabetes (Zuckerkrankheit) auslösen.
Gelegentlich hört man das Gerücht, dass Impfungen dazu beitragen könnten, dass schon junge Menschen an Diabetes erkranken.

Wie kam es zu dem Gerücht? Anlass zur Diskussion war der Mumps-Impfstoff, da das Mumps-Virus in seltenen Fällen zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen kann. Die Bauchspeicheldrüse bildet den Botenstoff Insulin. Wenn Insulin fehlt, dann kann Diabetes entstehen. Der Mumps-Impfstoff enthält abgeschwächte Viren. Allerdings konnte bisher nicht belegt werden, dass es überhaupt einen Zusammenhang zwischen einer Mumps-Erkrankung und Diabetes gibt. In weiteren Studien konnte auch kein Zusammenhang zwischen einer Mumps-Impfung und Diabetes gefunden werden.

Das Risiko an einer Zuckerkrankheit zu erkranken, wird durch die MMR-Impfung nicht erhöht.

Einzel- oder Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln?

Gegen Mumps und gegen Röteln gibt es keinen Einzel-Impfstoff mehr. Darum ist die Impfung nur als gleichzeitige Impfung gegen Mumps, Röteln und Masern möglich. Gegen Masern könnte man im Prinzip einzeln impfen. Der Einzel-Impfstoff muss allerdings importiert werden. Der Schutz gegen Röteln und Mumps würde dann außerdem fehlen