Röteln-Impfung bei Jugendlichen

Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr bei Röteln

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Röteln dauert es etwa zwei bis drei Wochen. Röteln verlaufen meistens mild - wie eine Erkältung mit leichtem Fieber, Lymphknotenschwellungen und Hautausschlag. Bei rund der Hälfte der Rötelnfälle treten keine oder nur ganz leichte Krankheitszeichen auf. Daher kann man Röteln übertragen, ohne davon zu wissen. Einziger Schutz sich selbst anzustecken und die Krankheit weiter zu geben, ist die zweimalige Impfung gegen Röteln.

Bei älteren Jugendlichen, vor allem bei Frauen, verursachen Röteln relativ häufig Gelenkbeschwerden. In sehr seltenen Fällen können Blutgerinnungsstörungen oder eine Gehirnentzündung auftreten.

Erkrankt eine ungeschützte Schwangere in den ersten acht Wochen der Schwangerschaft, tritt bei 60- 90 Prozent der Ungeborenen eine so genannte Rötelnembryopathie mit schweren Fehlbildungen auf. Blindheit, Taubheit, Herzfehler, geistige Behinderungen, Leberentzündung oder sogar eine Totgeburt können die Folge sein.

Ist die Krankheit ausgebrochen, können nur die Symptome gelindert werden, eine Behandlung der Erkrankung selbst ist nicht möglich.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Sind Röteln eine Kinderkrankheit?

Nein. Röteln werden zwar fälschlicherweise häufig als ,,Kinderkrankheit" bezeichnet. Das hat seinen Grund jedoch nur in der leichten Übertragung der Erreger: Da Röteln sehr ansteckend sind, erkrankten vor Einführung der Impfung fast alle bereits im Kindesalter. Auch in den letzten 10 Jahren wurden Röteln nach Meldungen in den neuen Bundesländern hauptsächlich bei Kindern zwischen einem und 14 Jahren beobachtet. Etwa jeder Fünfte Erkrankten war jedoch zwischen 15 und 49 Jahren alt. Das heißt: Jeder, der noch keine Röteln hatte oder nicht geimpft ist, kann sich bei Kontakt anstecken.

Kann ich mich als Ungeimpfter auch nach Kontakt zu einem Röteln-Patienten noch impfen lassen?

Für die Impfung bei Kontakt mit dem Röteln-Erreger gibt es keine allgemeine Empfehlung der STIKO. Besprechen Sie bei einer möglichen Ansteckung mit Röteln möglichst schnell mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob eine MMR-Impfung sinnvoll ist

Warum sollen Jungs gegen Röteln geimpft werden?

Jungs bräuchten für sich selbst weniger dringend eine Röteln-Impfung. Ungeschützt können sie aber jede schwangere Frau in ihrer näheren Umgebung gefährden, bei denen eine Rötelnerkrankung schwerwiegende Folgen hat. Im Erwachsenenalter kann die Ansteckungsgefahr auch die eigene Frau beziehungsweise das eigene ungeborene Kind betreffen.

Warum wird zweimal gegen Masern-Mumps-Röteln geimpft?

Kindern und Jugendlichen werden zwei MMR-Impfungen empfohlen, da zwischen 5 und 10 von 100 Geimpften durch die erste Impfung nicht ausreichend geschützt werden. Durch die zweite Impfung können bis zu 99 von 100 Personen einen Impfschutz aufbauen.

Kann bei Allergie gegen Hühnereiweiß mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff geimpft werden?

Wenn Sie gegen Hühnereiweiß allergisch sind, können Sie dennoch in der Regel die MMR-Impfung erhalten.

Die MMR-Impfung enthält Spuren von Hühnereiweiß. Daher gibt es gelegentlich das Gerücht, Allergiker sollten sich nicht gegen MMR impfen lassen.

Das Hühnereiweiß im Impfstoff ist jedoch nicht das gleiche Eiweiß wie in einem Hühnerei und im MMR-Impfstoff nur in geringen Mengen vorhanden. Studien haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der Personen, die gegen Hühnereiweiß allergisch ist, den Impfstoff vertragen.

Beraten Sie sich im Fall einer Hühnereiweiß-Allergie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Einzel- oder Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln?

Gegen Mumps und gegen Röteln gibt es keinen Einzel-Impfstoff mehr. Darum ist die Impfung nur als gleichzeitige Impfung gegen Mumps, Röteln und Masern möglich. Gegen Masern könnte man im Prinzip einzeln impfen. Der Einzel-Impfstoff muss allerdings importiert werden. Der Schutz gegen Röteln und Mumps würde dann außerdem fehlen

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln trotz überstandener Krankheit?


Wer Masern, Mumps oder Röteln durchgemacht hat, ist danach sein Leben lang geschützt. Man überträgt die Krankheit dann auch nicht. Eine Impfung wäre dann eigentlich nicht nötig.

Oft bleibt jedoch eine Unsicherheit. Der Ausschlag anderer Krankheiten wird leicht mit dem Ausschlag bei Röteln oder Masern verwechselt. Die Krankheitszeichen von Mumps müssen auch nicht eindeutig sein. Daher wird zum Beispiel allen nach 1970 geborenen Erwachsenen (unabhängig davon, ob sie die Masern hatten oder nicht), eine Masern-Impfung empfohlen, wenn sie

  - noch nicht geimpft wurden,
  - in der Kindheit nur einmal geimpft wurden oder
  - nicht sicher sind, ob und wie häufig sie bereits geimpft wurden.

Die Impfung erfolgt üblicherweise mit MMR-Impfstoff.

Ein Bluttest kann zeigen, ob man ausreichend gegen Masern, Mumps und Röteln geschützt ist. Beraten Sie sich am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wer bereits erkrankt war oder eine Impfung gegen die Erkrankungen erhalten hat, kann trotzdem geimpft werden. Wenn man also nicht genau weiß, ob man geschützt ist oder nicht, sollte man sich wie von der STIKO empfohlen impfen lassen.