HPV-Impfung bei Kindern

Eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) kann langfristig Krebs verursachen.

Die Impfung schützt wirksam vor den gefährlichsten HPV-Typen und kann damit das Risiko für Krebserkrankungen am Gebärmutterhals, aber auch an After, Penis oder in Mund und Rachen senken. Den besten Schutz bietet die Impfung, wenn der Impfschutz vor dem ersten sexuellen Kontakt aufgebaut ist. Deshalb sollen Kinder im Alter zwischen neun und 14 Jahren gegen HPV geimpft werden.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Juni 2018 die Impfung gegen HPV nicht nur für Mädchen von 9 bis 14 Jahren, sondern auch für alle Jungen in diesem Alter. Versäumte Impfungen sollten so früh wie möglich und noch vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Im Alter von 9 bis 14 Jahren erfolgt der Aufbau des Impfschutzes mit zwei Impfungen mit einem Abstand von mindestens fünf Monaten.

 



HPV: Ansteckung und Krankheitsverlauf

Übertragung von HPV

Humane Papillomaviren (kurz: HPV) gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. In seltenen Fällen können die Erreger auch durch Schmierinfektion über Gegenstände übertragen werden. Manchmal kommt es während der Geburt zu einer Übertragung von der Mutter auf das Neugeborene.

Die Viren gelangen über kleinste Verletzungen der Haut oder über Schleimhäute in den Körper.

 

Krankheitsverlauf

Es gibt etwa 200 verschiedene Typen des Erregers. Fast alle Menschen stecken sich mindestens einmal im Laufe ihres Lebens mit HPV an. Die meisten HPV-Infektionen verlaufen ohne Krankheitszeichen. Daher bemerken viele nicht, dass sie sich angesteckt haben. Zwar heilt die Infektion bei einem Großteil nach einiger Zeit von selbst und ohne bleibende Folgen wieder aus. Doch nicht immer gelingt es dem Körper, die Viren abzuwehren. Bleibt die Infektion bestehen, können sich je nach HPV-Typ Feigwarzen oder Krebserkrankungen entwickeln.

Feigwarzen sind spitze, wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter große Warzen, die im Genitalbereich (Schamlippen, Damm, Penis, Leisten), am und im After, bei Frauen auch in der Scheide und am Gebärmuttermund auftreten. Obwohl Feigwarzen in der Regel harmlos sind, werden sie oft als störend empfunden. Zudem ist häufig eine längere ärztliche Behandlung erforderlich.

Andere HPV-Typen können Veränderungen an Zellen verursachen, aus denen sich Krebserkrankungen entwickeln können. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 6.000 Frauen und mehr als 1.500 Männer an Krebs, der durch eine HPV-Infektion verursacht wurde. Die meisten Erkrankungen werden durch die zwei Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 verursacht. Darüber hinaus gibt es noch mindestens 13 weitere HPV-Typen, die Krebserkrankungen hervorrufen können.

Bei Frauen kommt es jährlich zu rund 4.600 neuen Krebserkrankungen am Gebärmutterhals, pro Jahr versterben etwa 1.500 Frauen daran. Bei Männern rufen Infektionen mit HPV-Hochrisiko-Typen hauptsächlich Krebs im Mund- und Rachenbereich sowie an Anus und Penis hervor.

Gebärmutterhalskrebs wird fast ausschließlich durch HPV verursacht. Die Typen 16 und 18 rufen etwa 70 Prozent aller HPV-Infektionen hervor, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Diese Erkrankung entwickelt sich nur bei einer anhaltenden Infektion (chronische HPV-Infektion) über viele Jahre und über mehrere Vorstufen. Wenn die Erkrankung bzw. die Vorstufen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt werden, können sie in der Regel gut behandelt werden.

HPV: Impfung

Die HPV-Impfung ist die wirksamste Maßnahme, um Erkrankungen durch Papillomviren vorzubeugen. Impfen schützt zu nahezu 100 Prozent vor einer Infektion mit den HPV-Typen, die in den Impfstoffen enthaltenen sind. Da es bei Aufnahme von sexuellen Aktivitäten sehr schnell zu einer Ansteckung mit HPV kommt, sollte der Impfschutz vor dem ersten sexuellen Kontakt aufgebaut werden.

HPV-Impfung für Mädchen und Jungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen HPV seit 2007 für Mädchen und seit Juni 2018 auch für Jungen.  

  • Jungen und Mädchen sollten im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen HPV geimpft werden. In diesem Alter erfolgt der Aufbau des Impfschutzes mit zwei Impfungen. Der Abstand zwischen den beiden Impfungen sollte mindestens fünf Monate betragen. Bei einem Impfabstand unter fünf Monaten sind drei Impfungen erforderlich.
  • Verpasste Impfungen sollten so bald wie möglich und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Wenn ab einem Alter von 15 Jahren zum ersten Mal gegen HPV geimpft wird, sind drei Impfungen notwendig. 

Die HPV-Impfung kann zum Beispiel von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder Inneren Medizin oder von einem Frauenarzt bzw. einer Frauenärztin durchgeführt werden.

HPV-Impfstoffe

Mit beiden in Deutschland verfügbaren Impfstoffen gegen HPV kann ein Impfschutz gegen die beiden Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 aufgebaut werden. Einer der beiden Impfstoffe wirkt zusätzlich gegen sieben weitere HPV-Typen.

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Die Erfahrungen und Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Impfung gegen HPV sicher und gut verträglich ist.

Als häufigste Nebenwirkungen werden Schmerzen, Rötung oder eine Schwellung an der Einstichstelle beschrieben. Es kann auch zu Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel und Müdigkeit kommen. Diese Beschwerden sind in der Regel von kurzer Dauer und zeigen, dass der Körper sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt.

Allergische Reaktionen sind möglich. Bei Unverträglichkeit gegenüber einem Bestandteil des Impfstoffs darf nicht geimpft werden.

Die Impfung muss bei akuten, schweren, fieberhaften Erkrankungen verschoben werden.

Wichtiger Hinweis
Nach der Impfung ist eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Deshalb ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, regelmäßig zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung zu gehen.

 

HPV: Häufige Fragen und Antworten (FAQs)