HPV-Impfung bei Kindern



HPV: Ansteckung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ab jetzt die Impfung gegen HPV nicht nur für Mädchen, sondern auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Jungen und Mädchen, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, können die Impfung als Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren nachholen (siehe Impfempfehlungen für Jugendliche: HPV)

Humane Papillomviren können Krebs verursachen – vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, Penis und im Mund und Rachen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Impfung gegen HPV sehr wirksam ist und somit das Risiko für diese Krebserkrankungen deutlich senkt.

Humane Papillomaviren werden hauptsächlich durch Sexualkontakte übertragen. In seltenen Fällen kann man sich auch durch Schmierinfektion, beispielsweise über Gegenstände, anstecken. Manchmal kommt es während der Geburt zu einer Übertragung von der Mutter auf das Kind. Rund drei Viertel aller sexuell aktiven Männer und Frauen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an. Es sind etwa 200 verschiedene Typen des Erregers bekannt. Manche rufen beispielsweise so genannte Feigwarzen hervor, andere können Zellveränderungen verursachen, aus denen sich Krebs entwickeln kann. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 4000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Etwa 70 Prozent der Fälle werden durch die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 verursacht. Darüber hinaus gibt es noch mindestens 13 weitere HPV-Typen, die Krebserkrankungen hervorrufen können.


HPV: Krankheitsverlauf

Am häufigsten tritt eine Infektion bei jungen Menschen bis zum Alter von 25 Jahren auf. Daher sollte der Impfschutz möglichst vor dem ersten Sexualkontakt aufgebaut werden. Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je höher die Anzahl der Sexualpartner ist. Aber auch verschiedene andere Bedingungen, wie Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, beispielsweise Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper), erhöhen das Risiko einer Infektion mit HP-Viren.

Bei ungefähr 80 Prozent aller Menschen, die sich mit HPV angesteckt haben, treten keine Krankheitszeichen auf. D. h. man merkt oft gar nicht, dass man sich angesteckt hat. Die Infektion heilt bei einem Großteil nach einiger Zeit von selbst und ohne bleibende Folgen wieder aus. Einige HPV-Typen können Hautveränderungen wie zum Beispiel spitze, wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter große Feigwarzen (Genitalwarzen) hervorrufen. Die Warzen treten in der Regel im Genitalbereich (Schamlippen, Damm, Penis, Leisten), am und im After, bei Frauen auch in der Scheide und am Gebärmuttermund auf. Obwohl Feigwarzen in der Regel harmlos sind, werden sie oft als störend empfunden.

Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 6.000 Frauen und mehr als 1.500 Männer an Krebs, der durch eine HPV-Infektion verursacht wurde. Die meisten Erkrankungen werden durch die zwei sogenannte Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 verursacht. Bei bis zu drei Prozent aller infizierten Frauen verursachen bestimmte HPV-Typen Gebärmutterhalskrebs. Der Gebärmutterhals stellt den Verbindungsteil zwischen der Gebärmutter und der Scheide dar. Diese Erkrankung entwickelt sich nur bei einer chronischen HPV-Infektion über viele Jahre und über mehrere Vorstufen. Wenn die Erkrankung bzw. die Vorstufen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt werden, können sie in der Regel gut behandelt werden.

HPV: Impfung

Die Impfung gegen HPV

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ab jetzt die Impfung gegen HPV nicht nur für Mädchen, sondern auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfempfehlung für Mädchen und junge Frauen gibt es schon seit dem Jahr 2007. Jungen und Mädchen, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, sollten die Impfung möglichst bald - bis spätestens zum Alter von 17 Jahren - nachholen. Je nach Alter sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei oder drei Impfungen erforderlich.

HPV-Impfstoffe

Mit beiden in Deutschland verfügbaren Impfstoffen gegen HPV kann ein Impfschutz gegen die beiden Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 aufgebaut werden. Einer der beiden Impfstoffe wirkt zusätzlich gegen sieben weitere HPV-Typen.

 

Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahre

Im Alter von 9 bis 14 Jahren erfolgt die Impfung gegen HPV mit zwei Impfungen. Der Abstand zwischen den beiden Impfungen sollte mindestens 5 Monate betragen. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt informiert Sie über die genauen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen.

 

Impfung ab einem Alter von 15 Jahren

Wenn die erste Impfung gegen HPV ab einem Alter von 15 Jahren erfolgt, sind drei Impfungen notwendig. Verpasste Impfungen sollten bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.

Wo kann man sich gegen HPV impfen lassen?

Die HPV-Impfung kann von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder Inneren Medizin oder in einer gynäkologischen Praxis erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Als häufigste Nebenwirkungen nach der Impfung werden Schmerzen, Rötungen oder eine Schwellung an der Einstichstelle beschrieben. Diese Beschwerden sind in der Regel von kurzer Dauer und zeigen, dass der Körper sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Weitere häufigere Impfreaktionen sind Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Übelkeit, Juckreiz und Schwindel.

Schwere Nebenwirkungen treten nur selten auf. Allergische Reaktionen sind möglich. Besteht eine Unverträglichkeit gegenüber einem Bestandteil des Impfstoffs, kann nicht geimpft werden.
Die Impfung muss bei schweren, behandlungsbedürftigen Erkrankungen verschoben werden.

Hinweis:
Nach der Impfung ist eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Deshalb ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, regelmäßig zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung zu gehen.

HPV: Häufige Fragen und Antworten (FAQs)