Keuchhusten-Impfung bei Schwangeren

Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien verursacht. Der Erreger ist weltweit verbreitet und kann auch von Personen weitergegeben werden, die daran unbemerkt erkranken. In jedem Lebensalter sind harmlose bis schwere Krankheitsverläufe möglich. Für junge Säuglinge kann Keuchhusten sogar lebensbedrohlich sein. Ein Drittel bis rund die Hälfte aller erkrankten Säuglinge steckt sich bei den eigenen Eltern an.

Seit der Jahrtausendwende erkranken zunehmend Erwachsene. Die Impfung ist die beste Möglichkeit, sich gegen Keuchhusten zu schützen. Sie verringert das Risiko überhaupt zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden. Ein Neugeborenes erhält einen Nestschutz gegen Keuchhusten bis es selbst geimpft werden kann, wenn die Mutter in der Schwangerschaft geimpft wurde.

Gut zu wissen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Schwangeren einmalig eine Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) im letzten Schwangerschaftsdrittel ab der 28. Schwangerschaftswoche.

Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Impfung ins zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden. Die Impfung soll unabhängig vom Abstand zu vorher verabreichten Keuchhusten-Impfungen und in jeder Schwangerschaft erfolgen.

 



Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sind besonders gefährdet

Besonders bei jungen Säuglingen kann Keuchhusten (Pertussis) schwere Krankheitsverläufe verursachen oder sogar lebensbedrohlich sein. Bis zu zwei Drittel aller an Keuchhusten erkrankten jungen Säuglinge werden in Deutschland im Krankenhaus behandelt. Schwere Komplikationen sind Lungenentzündungen, die bei 10 Prozent aller erkrankten Säuglinge auftreten. Auch Mittelohrentzündungen sind häufig. Sehr selten treten auch Krampfanfälle auf. Todesfälle kommen vor.

Impfung der Schwangeren: Nestschutz für die Neugeborenen

Durch die Impfung der Mutter gegen Ende der Schwangerschaft ist es möglich, einen Nestschutz für das Kind zu erreichen. Dabei gehen während der Schwangerschaft Schutzstoffe (Antikörper) der Mutter gegen die Krankheit auf das Kind über. Dadurch ist das Neugeborene in den ersten Wochen und Monaten gegen Keuchhusten geschützt. So können schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle vermieden werden, bis das Kind selbst geimpft werden kann.

Keuchhusten-Impfungen (oder -Erkrankungen) vor der Schwangerschaft führen nicht zu diesem Nestschutz. Studien zeigten, dass der beste Zeitpunkt zum Impfen einige Wochen vor Ende der Schwangerschaft ist.

Die Impfung schützt auch die Mutter gegen Keuchhusten.

Bisherige Strategie nur teilweise erfolgreich

Die bisherige Impfstrategie diente dem Cocooning: Alle Personen im engen Umkreis des Neugeborenen sollten möglichst schon vor der Geburt einen ausreichenden Impfschutz gegen Keuchhusten besitzen. Kinder sollten so in eine geschützte Umgebung geboren werden. Denn die meisten Ansteckungen mit Keuchhusten erfolgten von nahen Kontaktpersonen. Diese Strategie war jedoch nur teilweise erfolgreich. 

Impfstoffe

Es gibt verschiedene Kombinationsimpfstoffe, die für die Anwendung bei Schwangeren zugelassen sind. Sie enthalten Komponenten zum Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten), zum Teil mit Polio (Kinderlähmung).

Pertussis-Impfstoff ist nicht einzeln erhältlich.

Ihr Arzt / Ihre Ärztin berät Sie, wann und welche Kombinationsimpfung für Sie sinnvoll ist.

Die Impfung ist sicher für Mutter und Kind

Inzwischen zeigen viele Studien, dass die Impfung gegen Keuchhusten auch bei Schwangeren sicher und wirksam ist.

Nebenwirkungen wie Fieber kommen geringfügig häufiger vor als bei nicht schwangeren Frauen. Folgen der Kombinations-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten wurden für den Schwangerschaftsverlauf oder das Neugeborene nicht beobachtet.

Die Impfung ist wirksam für Mutter und Kind

Die Impfung der Schwangeren nutzt deutlich den jungen Säuglingen unter zwei bzw. drei Monaten: Zwischen 66 und über 90 Prozent der Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Keuchhustenerkrankung können laut verschiedener Studien verhindert werden. Todesfälle können laut einer Studie um 95 Prozent reduziert werden.

Die Impfung der Schwangeren schützt also das Kind, bevor es selbst geimpft werden kann.