FAQs zum Impfen

Ist Impfen heute noch wichtig?

Viele Krankheiten kommen aufgrund umfangreicher Impfprogramme in Deutschland glücklicherweise nur noch sehr selten vor. Daher gewinnen manche Menschen den Eindruck, eine Impfung sei überflüssig. Aber was würde passieren, wenn eine schwere Krankheit wie die Kinderlähmung, die in Asien und Afrika zum Teil noch vorkommt, durch Reisende wieder nach Deutschland gelangt? Und es hier viele Menschen ohne Impfschutz gäbe? Die Krankheit könnte sich dann sofort wieder ausbreiten. Deshalb ist es wichtig, dass auch in Deutschland weiter gegen diese Krankheiten geimpft wird. Die Impfung bietet den besten verfügbaren Schutz.

Was steht im Impfkalender der STIKO?

Der Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) zeigt, welche Impfungen in welchem Alter empfohlen sind. Darüber hinaus gibt es weitere Impfungen, die je nach Gesundheitszustand, Beruf oder bei Reisen sinnvoll sein können. Lass dich am besten von deinem Arzt oder deiner Ärztin beraten.

Was ist, wenn ich eine Impfung versäumt habe?

Eine verpasste Impfung bedeutet, dass der Schutz gegen die entsprechende Krankheit lückenhaft wird oder noch nicht vollständig ist. Für einen frühestmöglichen und vollständigen Schutz sollte man sich daher an das von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfschema halten. Versäumte Impfungen sollten so bald wie möglich nachgeholt werden. Es gibt dabei meist keine zugroßen Abstände zwischen Impfungen. In der Regel gilt: Jede Impfung zählt. Ein sicherer Schutz besteht aber erst dann, wenn die Grundimmunisierung vollständig ist, und Auffrischimpfungen rechtzeitig erfolgen.
Achtung: Nimm bei Impfungen deinen Impfpass mit oder lass die Impfungen so bald wie möglich nachtragen.

Was steht eigentlich im Impfpass, wird der gebraucht?

Alle Impfungen, die man bekommen hat, müssen dokumentiert und am besten direkt in den Impfpass eingetragen werden. Der Impfpass gibt einen Überblick über den eigenen Impfschutz. So weiß man immer, gegen welche Krankheiten man geschützt ist. Außerdem hilft er deiner Ärztin oder deinem Arzt, notwendige Auffrischimpfungen oder fehlende Impfungenzu erkennen?

Warum schützen manche Impfungen ein Leben lang, andere müssen öfter aufgefrischt werden?

Dies ist ähnlich wie beim Erinnern: Manche Dinge bleiben unvergesslich, andere muss man ab und an auffrischen. So müssen auch einige Impfungen regelmäßig aufgefrischt werden, während andere einen sehr langen Impfschutz bieten. Je intensiver die Auseinandersetzung mit einem Erreger ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er bei einem späteren Eindringen vom Körper wiedererkannt wird. Vor allem Impfungen mit Lebendimpfstoffen prägen das Immunsystem ähnlich stark wie eine überstandene Erkrankung, jedoch ohne den Menschen den Risiken der Krankheit auszusetzen.

Herdenimmunität: Was ist das?

Durch Impfungen schützt man sich in erster Linie natürlich selbst vor den ansteckenden Krankheiten. Doch es gibt auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für manche Impfungen sind Babys beispielsweise noch zu jung, andere Menschen können aufgrund einer chronischen Erkrankung die eine oder andere Impfung nicht bekommen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind und ihnen Schutz vor der Ausbreitung und Ansteckung mit der Krankheit bieten. Man spricht dann von Herdenimmunität. Der eigene Impfschutz trägt also gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft bei. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten.
Einen Simulator und eine Animation zur Herdenimmunität gibt es hier.

Kann ich nach einer Impfung mich oder andere anstecken?

In der Regel nicht. Die meisten der heutigen Impfstoffe bestehen aus inaktivierten Erreger(-bestandteilen) und können die Krankheit, vor der sie schützen sollen, weder bei einem selbst auslösen noch kann man andere dadurch anstecken. Auch bei den abgeschwächten Lebendimpfstoffen (z.B. Rotaviren, Windpocken) ist es sehr selten, dass Geimpfte andere anstecken. Gefährdet sind dadurch manchmal stark immungeschwächte Menschen.
Achtung: Definitiv nicht ansteckend sind die selten auftretenden so genannten ,,Impfmasern", die nach einer Impfung auftreten können. Deren Verlauf ist zudem viel milder als bei den echten Masern und es gibt keine Komplikationen.

Darf ich nach der Impfung zum Sport oder muss ich mich schonen?

Nach der Impfung spricht in der Regel nichts gegen eine leichte körperliche Belastung. Übertreiben sollte man allerdings nicht: Extreme Ausdauersportarten oder Trainings mit hoher Gewichtsbelastung sollten unmittelbar nach der Impfung besser vermieden werden. Denn bei starker körperlicher Belastung kann es vorkommen, dass eine Impfreaktion - zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle - verstärkt wird.

Muss ich Impfungen selbst bezahlen?

Alle Impfungen, die von der STIKO in einem bestimmten Alter oder in einer bestimmten Situation (z.B. gesundheitlicher Zustand) empfohlen werden, werden von den Krankenkassen bezahlt, bzw. bei berufsbedingten Impfungen auch vom Arbeitgeber. Einige Impfungen, zum Beispiel gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), werden nur bezahlt, wenn man beispielsweise in einer bestimmten Region in Deutschland lebt oder arbeitet.
Urlaub in fernen Ländern macht es oft ratsam, sich gegen zusätzliche Krankheiten, die im jeweiligen Ausland vorkommen, durch Impfung oder andere Maßnahmen zu schützen. Reiseimpfungen müssen meist selbst bezahlt werden. Es lohnt sich bei der Krankenkasse nachzufragen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Kosten für Reiseimpfungen erstattet werden.
Tipp: Da der Impfschutz meist nicht sofort eintritt, ist es sinnvoll, rechtzeitig mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, welche Impfungen für das nächste Reiseziel empfohlen werden.

Was ist, wenn ich meinen Impfpass nicht finde?

Wenn der Impfpass nicht auffindbar oder verloren gegangen ist, sollte man versuchen, die Informationen zu bereits erhaltenen Impfungen in den letzten 10 Jahren aus ärztlichen Unterlagen zu ermitteln. Am besten fragt man in der Praxis nach, in der man in den letzten Jahren geimpft wurde. Lassen sich die Impfungen nicht rückwirkend dokumentieren, so gilt man als ungeimpft. Die Ärztin bzw. der Arzt kann empfohlene Impfungen nachholen und einen neuen Impfpass ausstellen.

Du möchtest noch mehr übers Impfen wissen. Dann guck’ doch mal hier: impfen-info.de