Mumps – wird oft nicht erkannt.

Mumps-Viren werden durch Tröpfchen übertragen, also zum Beispiel beim Husten oder Niesen. Selten kann dies auch durch mit Speichel verunreinigte Gegenständen passieren. In den ersten zwei Wochen nach der Ansteckung fühlt sich die Krankheit ähnlich an wie eine Grippe mit Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Oft schwillt entweder nur auf einer oder auch auf beiden Seiten die Ohrspeicheldrüse an. Diese Krankheitszeichen treten aber nicht bei allen auf. Deshalb wird Mumps häufig nicht erkannt und für einen harmlosen Infekt gehalten.

Häufigste Komplikation: Hodenentzündung

Mumps: Häufige Komplikationen

Mumps klingt ungefährlich, leider ist das aber nicht immer so. Je älter Jungen sind, desto häufiger haben sie als Folge der Infektion eine schmerzhafte Hoden- oder Nebenhodenentzündung. Bei einer Mumps-Erkrankung nach der Pubertät betrifft dies etwa 20 bis 30 Prozent der jungen Männer. Die Hoden können sich dabei dauerhaft zurückbilden. Unfruchtbarkeit ist allerdings selten, weil meist nur ein Hoden betroffen ist. Etwa fünf Prozent der Erkrankten bekommen eine Hirnhautentzündung, die zum Glück in der Regel ohne Folgen wieder ausheilt. Sehr selten kommt es vor, dass sich die Bauchspeicheldrüse oder der Hörnerv entzünden. Letzteres ist mit einem gewissen Risiko für einen bleibenden Hörschaden verbunden.



Für wen ist die Impfung empfohlen?

Eigentlich werden heute bis zum zweiten Geburtstag für alle Kinder zwei Impfungen gegen Mumps empfohlen. Dabei wird mit einem Kombinationsimpfstoff gleichzeitig auch gegen Masern und Röteln geimpft. Kurz: MMR-Impfung. Ein Blick in den Impfpass gibt Klarheit, ob du schon beide Impfungen bekommen hast oder ob dir noch Impfungen fehlen. Hast du Impfungen verpasst, dann kannst du sie schnell nachholen.

Gibt es sonst noch Gründe für die Impfung?

Ja, allen nach 1970 Geborenen – also auch Erwachsene bis etwa Mitte vierzig – wird in bestimmten Berufen ein Impfschutz gegen Mumps empfohlen. Dazu zählt die Arbeit in Gemeinschafts- und Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene oder in Gesundheitsberufen mit direktem Kontakt zu Patienten. Für über 18-Jährige ohne oder mit unklarem Impfschutz ist hierfür eine MMR-Impfung nötig.

Hat die Impfung Nebenwirkungen?

Die Impfung ist gut verträglich. Der Körper soll nach der Impfung Antikörper bilden. Dies merkt man an typischen Reaktionen. Oft kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Impfstelle, die auch schmerzen kann. In den ersten drei Tagen nach der Impfung können kurzfristig auch Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Diese Reaktionen sind aber nicht gefährlich und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.

Da die MMR-Impfung eine Impfung mit abgeschwächten lebenden Viren ist, können bei etwa zwei bis fünf von 100 Geimpften nach ein bis vier Wochen vorübergehend nicht ansteckende Impfmasern auftreten: ein schwacher, den Masern ähnlichen Hautausschlag. Außerdem können die Ohrspeicheldrüse oder die Hoden anschwellen und die Gelenke schmerzen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wurden auch länger anhaltende Gelenkentzündungen beobachtet.

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.

Schwere Nebenwirkungen sind aber sehr selten. In Einzelfällen können allergische Reaktionen auftreten. Als Folge der Masernerkrankung kann es zu einer Gehirnentzündung kommen – bei etwa einem von 1.000 Erkrankten. Weltweit wurden Gehirnentzündungen in wenigen Einzelfällen auch nach der Impfung beobachtet. Bis heute konnte aber ein Zusammenhang mit der Impfung nicht nachgewiesen werden. Um es kurz zu machen: Trotz möglicher Nebenwirkungen sind die Risiken der Impfung wesentlich geringer als die einer Erkrankung.

Wer zahlt die Impfung?

Die Kosten für von der STIKO empfohlene Impfungen übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen oder bei beruflich bedingten Impfungen auch der Arbeitgeber.



Kleiner Tipp:
Wirf doch mal einen Blick in deinen Impfpass und mach' einen Arzttermin. Deine Ärztin oder dein Arzt kann schnell den Impfpass checken und dich beraten. So kannst du fehlende Impfungen ganz schnell nachholen.

Noch Fragen?

Einzel- oder Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, gegen Masern, Mumps und Röteln mit einem Kombinationsimpfstoff gegen alle drei Erreger zu impfen. Gegen Mumps und Röteln gibt es keine Einzelimpfstoffe mehr. Lediglich gegen Masern könnte man einzeln impfen, der Schutz gegen Röteln und Mumps würde dann allerdings fehlen. Der Einzelimpfstoff gegen Masern muss importiert werden.

Kann bei Allergie gegen Hühnereiweiß mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff geimpft werden?

In der Regel kann auch bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden. Grund dafür ist die andere chemische Zusammensetzung und die geringe Menge des enthaltenen Hühnereiweißes.

Bist Du gegen Hühnereiweiß allergisch, dann besprich dies am besten mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wer kann nicht gegen Masern, Mumps oder Röteln geimpft werden?

Bei einer akuten, fieberhaften Erkrankung (über 38,5°C) sollte die Impfung bis etwa 2 Wochen nach der Genesung verschoben werden. Zudem sollten Schwangere keine Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhalten.

Auch bei krankheitsbedingter oder angeborener Immunschwäche kann ggf. nicht geimpft werden. Gleiches gilt bei einer Unverträglichkeit gegen Impfstoffbestandteile. Wenn einer dieser Punkte zutrifft, besprich dies bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Du möchtest noch mehr übers Impfen wissen. Dann guck’ doch mal hier: impfen-info.de