Röteln – unbewusste Übertragung möglich.

Mit Röteln steckt man sich leicht an, denn sie können unbemerkt durch Tröpfchen übertragen werden  – zum Beispiel beim Husten oder Sprechen. Gut die Hälfte der an Röteln Erkrankten entwickelt keine oder kaum Krankheitszeichen. Häufige Anzeichen sind leichtes Fieber, Schwellung der Lymphknoten und Hautausschlag. Bei jungen Frauen verursachen Röteln auch oft Gelenkbeschwerden. Sehr selten kommt es zu einer Blutgerinnungsstörung oder Gehirnentzündung.

Besonders gefährlich: Röteln in der Schwangerschaft

Wirklich gefährlich sind Röteln, wenn schwangere Frauen sich anstecken. Dann kann das ungeborene Kind schwer und lebensgefährlich erkranken. Das gilt selbst dann, wenn die Mutter die Röteln nicht bemerkt, weil sie keine Krankheitszeichen hat. Der beste Schutz vor Ansteckung ist die zweimalige Impfung gegen Röteln.



Für wen ist die Impfung empfohlen?

Damit ungeborene Kinder bestmöglich geschützt sind, ist es wichtig, dass möglichst viele gegen Röteln geimpft sind. Darum werden heute allen Kindern – Mädchen und Jungen - zwei Impfungen gegen Röteln empfohlen. Jugendliche sollten also bereits zweimal geimpft sein. Es lohnt sich, seinen Impfpass zu checken. Fehlen dir noch eine oder beide Impfungen, kannst du sie schnell nachholen. Dafür gibt es einen Impfstoff, der gleichzeitig vor Röteln, Masern und Mumps schützt. Kurz: MMR-Impfung.

Impfung auch für über 18-Jährige?

Ganz besonders wichtig ist der Schutz für Frauen mit Kinderwunsch. Darum wird allen Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen, zweimal gegen Röteln geimpft zu sein. Fehlende Impfungen sollten möglichst bald nachgeholt werden.

Gibt es sonst noch Gründe für die Impfung?

Um schwangere Frauen nicht anzustecken wird auch allen, die oft Kontakt zu Kindern und Schwangeren haben, ein Impfschutz gegen Röteln empfohlen. Dazu gehört jeder, der in Gemeinschaftseinrichtungen, im Bereich der Kinderheilkunde oder der Geburtshilfe arbeitet.

Hat die MMR-Impfung Nebenwirkungen?

Die Impfung ist gut verträglich. Der Körper soll nach der Impfung Antikörper bilden. Dies merkt man an typischen Reaktionen. Oft kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Impfstelle, die auch schmerzen kann. In den ersten drei Tagen nach der Impfung können kurzfristig auch Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Diese Reaktionen sind aber nicht gefährlich und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.

Da die MMR-Impfung eine Impfung mit abgeschwächten lebenden Viren ist, können bei etwa zwei bis fünf von 100 Geimpften nach ein bis vier Wochen vorübergehend nicht ansteckende Impfmasern auftreten: ein schwacher, den Masern ähnlichen Hautausschlag. Außerdem können die Ohrspeicheldrüse oder die Hoden anschwellen und die Gelenke schmerzen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wurden auch länger anhaltende Gelenkentzündungen beobachtet.

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.

Schwere Nebenwirkungen sind aber sehr selten. In Einzelfällen können allergische Reaktionen auftreten. Als Folge der Masernerkrankung kann es zu einer Gehirnentzündung kommen – bei etwa einem von 1.000 Erkrankten. Weltweit wurden Gehirnentzündungen in wenigen Einzelfällen auch nach der Impfung beobachtet. Bis heute konnte aber ein Zusammenhang mit der Impfung nicht nachgewiesen werden. Um es kurz zu machen: Trotz möglicher Nebenwirkungen sind die Risiken der Impfung wesentlich geringer als die einer Erkrankung.

Wer zahlt die Impfung?

Die Kosten für von der STIKO empfohlene Impfungen übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen oder bei beruflich bedingten Impfungen auch der Arbeitgeber.



Kleiner Tipp:
Wirf doch mal einen Blick in deinen Impfpass und mach' einen Arzttermin. Deine Ärztin oder dein Arzt kann schnell den Impfpass checken und dich beraten. So kannst du fehlende Impfungen ganz schnell nachholen.

Noch Fragen?

Warum sollen Jungs gegen Röteln geimpft werden?

Jungs bräuchten für sich selbst weniger dringend eine Röteln-Impfung. Ungeschützt können sie aber schwangere Frauen in ihrer näheren Umgebung gefährden, bei denen eine Rötelnerkrankung schwerwiegende Folgen hat. Im Erwachsenenalter kann die Ansteckungsgefahr auch die eigene Frau beziehungsweise das eigene ungeborene Kind betreffen.

Einzel- oder Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, gegen Masern, Mumps und Röteln mit einem Kombinationsimpfstoff gegen alle drei Erreger zu impfen. Gegen Mumps und Röteln gibt es keine Einzelimpfstoffe mehr. Lediglich gegen Masern könnte man einzeln impfen, der Schutz gegen Röteln und Mumps würde dann allerdings fehlen. Der Einzelimpfstoff gegen Masern muss importiert werden.

Kann bei Allergie gegen Hühnereiweiß mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff geimpft werden?

In der Regel kann auch bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden. Grund dafür ist die andere chemische Zusammensetzung und die geringe Menge des enthaltenen Hühnereiweißes.

Bist du gegen Hühnereiweiß allergisch, dann besprich dies am besten mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt.

Wer kann nicht gegen Masern, Mumps oder Röteln geimpft werden?

Bei einer akuten, fieberhaften Erkrankung (über 38,5°C) sollte die Impfung bis etwa 2 Wochen nach der Genesung verschoben werden. Zudem sollten Schwangere keine Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhalten.

Auch bei krankheitsbedingter oder angeborener Immunschwäche kann ggf. nicht geimpft werden. Gleiches gilt bei einer Unverträglichkeit gegen Impfstoffbestandteile. Wenn einer dieser Punkte zutrifft, besprich dies bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Du möchtest noch mehr übers Impfen wissen. Dann guck’ doch mal hier: impfen-info.de