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Frage

22.02.2017

  • Warum ist der Impfstoff, den ich brauche, zurzeit nicht lieferbar? Und was kann ich jetzt machen?

  • Antwort von der Redaktion impfen-info.de

    Lieferengpässe bei Impfstoffen kamen und kommen immer wieder vor. Die Gründe hierfür können unterschiedlich sein.

    • Die Herstellung einer Impfstoff-Charge kann je nach Impfstoff bis zu mehreren Jahren dauern. Im Verlauf der Produktion finden zahlreiche Tests und Kontrollen statt. Sind Werte bzw. Ergebnisse auffällig, muss die Charge verworfen werden. Oft parallel zum Hersteller, manchmal auch im Anschluss, findet die Überprüfung der Impfstoffchargen bezüglich Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit durch das Paul-Ehrlich-Institut statt. Nur nach Durchlaufen aller Kontrollschritte ohne Beanstandungen können die Chargen für den Markt freigegeben werden. Einen Ersatz herzustellen, dauert wiederum geraume Zeit.

    • Manchmal übersteigt die Nachfrage das Angebot. Das ist in den letzten Jahren u.a. bei Reiseimpfstoffen häufiger der Fall gewesen, die durch eine verstärkte Reisetätigkeit der Bevölkerung entstanden ist. Wegen der oben genannten langen Herstellungszeiten von Impfstoffen kann nur verzögert auf einen solch erhöhten Bedarf reagiert werden. Die Produktionsanlagen haben zudem nur eine bestimmte Größe, so dass hier nicht plötzlich deutlich größere Mengen hergestellt werden können.

    • Auch kann es zu Produktionsumstellungen beim Hersteller kommen, die überprüft und genehmigt werden müssen – ein ebenfalls im Einzelfall langwieriger Prozess.

    Die Bundesbehörde für die Zulassung von Impfstoffen, das Paul-Ehrlich-Institut, hat eine Übersicht über die zurzeit nicht lieferbaren Impfstoffe auf ihrer Internetseite (http://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/lieferengpaesse/listen-lieferengpaesse-humanimpfstoffe/listen-node.html). In dieser Liste werden jeweils andere Impfstoffe genannt, die stattdessen verwendet werden können. Gibt es solche nicht, wird auf die Handlungsempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Instituts (RKI) verwiesen: www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Lieferengpaesse/Lieferengpaesse_node.html

    In diesen Handlungsempfehlungen geht es zum einen um die Austauschbarkeit von Impfstoffen, ggf. auch von Kombinationsimpfstoffen. Aber es werden auch Empfehlungen ausgesprochen, wer bei nur begrenzt verfügbaren Impfstoffen zuerst geimpft werden sollte. Hierzu gehören beispielsweise Säuglinge oder Menschen die noch überhaupt keinen Impfschutz besitzen. Dagegen können oft Auffrischimpfungen, die meist in einem großen zeitlichen Fenster vorgenommen werden sollen, verschoben werden, ohne den Impfschutz zu gefährden.

    Wenn Sie die Lieferengpassliste über einen längeren Zeitraum verfolgen, werden Sie feststellen, dass dort viel Bewegung ist, es sich also häufig nur um vorübergehende Lieferengpässe handelt. Es sollte daher durchaus möglich sein, in überschaubaren Zeitfenstern Impfungen vornehmen zu können.

    Einen Übersichtsartikel zum Thema „Lieferengpässe bei Impfstoffen - Meldungen, Gründe und Auswirkungen“ finden Sie im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 4-2016 – (s. link). Den Beitrag können Sie auf der Titelseite direkt anklicken – die Seite ist interaktiv. www.pei.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Servicesuche_Formular.html;jsessionid=14C089D636988585E33E8609BAC6528D.1_cid344

     

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