Keuchhusten-Impfung bei Erwachsenen

Infektion

Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien verursacht. Der Erreger ist weltweit verbreitet und kann auch von Personen weitergegeben werden, die daran unbemerkt erkranken. In jedem Lebensalter sind harmlose bis schwere Krankheitsverläufe möglich. Für junge Säuglinge kann Keuchhusten sogar lebensbedrohlich sein. Ein Drittel bis rund die Hälfte aller erkrankten Säuglinge steckt sich bei den eigenen Eltern an. Seit der Jahrtausendwende erkranken zunehmend Erwachsene.

Die Impfung ist die beste Möglichkeit, sich gegen Keuchhusten zu schützen. Sie verringert das Risiko überhaupt zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Keuchhusten: Bin ich als Erwachsener überhaupt gefährdet?

Ja. Seit einigen Jahren tritt Keuchhusten (Pertussis) immer häufiger auch bei Erwachsenen auf. Noch 1995 betraf Keuchhusten schwerpunktmäßig Jugendliche, im Jahr 2009 lag das durchschnittliche Alter eines Keuchhusten-Patienten bei 42 Jahren.

Allen Erwachsenen wird eine einmalige Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und ggf. Kinderlähmung (Polio) empfohlen (siehe auch im Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/).

Warum erkranken heutzutage häufiger Erwachsene an Keuchhusten?

Vor Einführung der Impfung (1955) starben in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Kinder an einer Infektion mit Keuchhusten. Der Erreger zirkulierte ständig in der Bevölkerung. Seitdem sind die hohen Erkrankungs- und Todeszahlen stark zurückgegangen und auch der Erreger zirkuliert seltener. Aber weder die Krankheit, noch die Impfung hinterlassen lebenslangen Schutz. Daher erkranken nun häufiger Erwachsene - ihr Immunsystem hat ,,vergessen" wie der Erreger aussieht. Mit Hilfe von Auffrischimpfungen ist es möglich, auch Erwachsene zu schützen.

Allen Erwachsenen wird eine einmalige Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie und ggf. empfohlen (siehe auch im Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/).

Darf erneut gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und ggf. Kinderlähmung geimpft werden, wenn die letzte Impfung weniger als 5 Jahre zurückliegt?

Ja. Neuere Studien haben gezeigt, dass auch schon 18 Monate oder sogar nur einen Monat nach der letzten Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und ggf. Kinderlähmung (Polio) erneut geimpft werden kann. Die Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterscheiden sich nicht wesentlich gegenüber Impfungen mit mehr Abstand.

Wie kann man Keuchhusten (Pertussis) bei Erwachsenen erkennen?

Keuchhusten ist im Erwachsenenalter nur schwer anhand der Symptome zu erkennen. Relativ typisch sind der langwierige Verlauf über mehrere Wochen bis Monate hinweg mit quälenden Hustenattacken. Nur eine Laboruntersuchung auf Antikörper gegen eines der Gifte, die die Erreger ausscheiden (Pertussistoxin), gibt verlässlich Auskunft. Deshalb können Erwachsene ohne es zu wissen eine Ansteckungsquelle für andere Menschen sein (beispielsweise Säuglinge). 

Allen Erwachsenen wird eine einmalige Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten) bei der nächsten Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie und ggf. empfohlen (siehe auch im Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/).

Verursacht die Keuchhusten-Impfung Hirnschäden?

Nein. In den 70er Jahren hatten einige Mediziner den Verdacht, der damals verwendet ,,Ganzkeimimpfstoff", der ganze abgetötete Keuchhusten-Bakterien enthielt, könnte für seltene Hirnschäden bei Säuglingen verantwortlich sein. Die Keuchhusten-Impfung wurde damals vorsichtshalber ausgesetzt. Der Verdacht erhärtete sich nicht. Inzwischen haben eingehende Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen der Impfung und Hirnschäden bei Säuglingen finden können. In Deutschland wird seit 1991 wieder gegen Keuchhusten geimpft, wenige Jahre später dann mit so genanntem ,,azellulärem" Impfstoff, der nur ausgewählte Teile des Bakteriums enthält und seltener Fieber und andere Impfreaktionen auslöst.

Kann die Impfung eine Keuchhusten-Erkrankung auslösen?

Nein. Der Impfstoff enthält unschädlich gemachte Gifte der Erreger und andere ausgewählte Teile des Bakteriums, gegen die die Körperabwehr aktiv werden soll. Eine Keuchhusten-Erkrankung ist dadurch nicht möglich.