Pneumokokken

Infektion

Pneumokokken-Erkrankungen werden durch Bakterien aus der Familie der Streptokokken hervorgerufen. Sie sind weltweit verbreitet und werden von Mensch zu Mensch übertragen. Je nach Region der Welt und abhängig vom Alter sind verschiedene Pneumokokken-Stämme für unterschiedliche Krankheiten mit zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen verantwortlich. So verursachen sie beispielsweise die Mehrzahl aller bakteriellen Lungenentzündungen.

Pneumokokken werden wie ein grippaler Infekt durch Tröpfcheninfektion übertragen - beispielsweise beim Husten oder Niesen. Die Bakterien finden sich im Nasen-Rachen-Raum vieler Menschen, ohne dass diese daran erkranken. Daher können sie auch von Gesunden weitergegeben werden.

Ab einem Alter von 60 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Erwachsenen eine Impfung gegen Pneumokokken, die je nach Gesundheitszustand ggf. nach fünf Jahren aufgefrischt werden sollte. Die Impfung verringert das Risiko überhaupt zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden.

Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr bei Pneumokokken

Warum Pneumokokken bei manchen Menschen plötzlich Krankheiten auslösen und bei anderen nicht, ist nicht genau bekannt. Auch Gesunde können betroffen sein. Bei geschwächter Körperabwehr – zum Beispiel nach einer Viruserkrankung oder bei chronischen Erkrankungen – passiert dies jedoch leichter. Säuglinge und Kleinkinder, deren Abwehrsystem altersbedingt noch nicht vollständig ausgebildet ist, und vor allem auch ältere Menschen erkranken häufiger an Pneumokokken. Denn mit zunehmendem Alter lassen die Abwehrkräfte des Körpers nach und chronische Krankheiten nehmen zu.

Pneumokokken können verschiedene Erkrankungen auslösen - darunter Nasennebenhöhlen-, Mittelohr-, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. Darüber hinaus sind sie für 70 bis 80 Prozent aller durch Bakterien verursachten Lungenentzündungen verantwortlich. Einige dieser Erkrankungen können lebensbedrohlich verlaufen. Bei schwerem Verlauf stirbt etwa jeder Zehnte der Erkrankten an den Folgen der Pneumokokken-Infektion. Bei geschwächtem Immunsystem sind es sogar bis zu 30 Prozent.

Pneumokokken-Erkrankungen können zwar mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings nehmen Resistenzen zu, so dass die Medikamente schlechter anschlagen. Der Schutz durch Impfung wird daher immer wichtiger.

Impfung

Die STIKO empfiehlt allen Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren eine einmalige Pneumokokken-Impfung mit so genanntem Polysaccharidimpfstoff. Besteht ein erhöhtes Risiko, wird empfohlen die Impfung alle fünf Jahre zu wiederholen.

Darüber hinaus wird die Impfung allen Personen empfohlen,

  • deren Immunsystem geschwächt ist - sei es aufgrund einer HIV-Infektion, einer Organtransplantation oder aus anderen Gründen.
  • die an Diabetes, chronischen Herz- oder Lungen-Erkrankungen sowie Leber- oder Nierenkrankheiten oder Erkrankungen des Nervensystems leiden.
  • denen die Milz entfernt wurde oder die von Geburt an keine Milz haben.
  • die an Krankheiten der Milz oder des Knochenmarks leiden und Patienten mit Sichelzellanämie und anderen Erkrankungen, die die roten Blutkörperchen betreffen.

Auch für Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat bis zum 2. Lebensjahr empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut die Impfung gegen Pneumokokken. Mehr Informationen zu geeigneten Impfterminen und Impfstoffen für Kinder finden sich in der Rubrik: „Impfempfehlungen für Kinder“.

Impfstoff

Der Impfstoff für Erwachsene gibt Schutz vor 23 der wichtigsten Pneumokokken-Typen. Es handelt es sich um einen Impfstoff aus den Zuckern der Bakterienhülle.

Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt berät Sie, ob Sie die Impfung alle 5 Jahre auffrischen lassen sollten.

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Häufig kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Ebenso können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Schwere Nebenwirkungen sind selten. Eine allergische Reaktion (z. B. Nesselsucht) ist möglich. Sehr selten kann sich die Zahl der Blutplättchen (verantwortlich für die Blutgerinnung) vorübergehend verringern.