Wie sicher sind Impfstoffe und welche Impfreaktionen können vorkommen?

Ein sicherer Impfschutz besteht, wenn eine Schutzimpfung vollständig durchgeführt ist. Das bedeutet bei vielen Impfungen, dass mehrere Impfdosen in bestimmten Zeitabschnitten verabreicht werden müssen. In kinder- und hausärztlichen Praxen wird in der Regel nach dem Impfschema geimpft, das von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird und internationalen Standards entspricht. Einige Impfungen müssen zudem im Jugend- und/oder Erwachsenenalter aufgefrischt werden.

Impfkomplikationen in der Vergangenheit

Fast 80 Prozent aller anerkannten Impfkomplikationen in der Vergangenheit wurden durch Impfungen verursacht, die heute nicht mehr empfohlen werden. Hierzu gehörten Impfungen gegen Pocken und Tuberkulose. Die Impfung gegen Kinderlähmung wurde früher mit einem Lebendimpfstoff durchgeführt, welcher jedes Jahr bei ungefähr ein bis drei Geimpften, oder Menschen, die mit ihnen in Kontakt waren, zu einer Erkrankung führte. Heute ist dies ausgeschlossen, da diese Impfung nur noch mit einem Totimpfstoff durchgeführt wird.

Leichte Impfreaktionen zeigen, dass der Körper reagiert

Übliche und natürliche Impfreaktionen sind eine Rötung oder Schwellung der Impfstelle. Dies kommt, je nach Impfstoff, bei ungefähr zwei bis 20 Prozent aller Geimpften vor. Diese harmlosen Impfreaktionen direkt an der Einstichstelle zeigen, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Solche lokalen Impfreaktionen sind ungefährlich und klingen nach wenigen Tagen wieder ab.

Bei etwa einem bis zehn Prozent der Geimpften können leichte Allgemeinreaktionen wie Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen oder auch Übelkeit und Durchfall vorkommen. Diese Krankheitsanzeichen verschwinden in der Regel nach ein bis zwei Tagen und sind ebenfalls ungefährlich. Nach Impfungen mit Lebendimpfstoffen, wie dem Masern-, Mumps-, Rötelnimpfstoff, kann gelegentlich eine leichte Form der Masern auftreten. Die ist in ihren Ausprägung aber nicht mit einer echten Masernerkrankung vergleichbar und auch nicht ansteckend.

Impfreaktionen bei Hühnereiweißallergie

Spuren von Hühnereiweiß kommen kaum noch in Impfstoffen vor. Selbst Menschen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß zeigen nach einer solchen Impfung in der Regel keine allergischen Reaktionen. Zur Sicherheit sollte dem Arzt aber mitgeteilt werden, dass eine Allergie besteht und nach der Impfung eine kurze Zeit in der Arztpraxis abgewartet werden. Bei sehr schwerer Allergie gegen Hühnereiweiß (Reaktion mit allergischen Schock in der Vergangenheit) sollte die Impfung unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung - gegebenenfalls im Krankenhaus - durchgeführt werden.

Bei heutigen Impfstoffen kommen Impfkomplikationen nur noch sehr selten vor

In Deutschland besteht ein umfassendes Überwachungssystem, das Impfkomplikationen erfasst, die stärker sind als das übliche Maß. Jeder Verdacht einer außergewöhnlichen Impfreaktion wird durch gesetzlich geregelte Meldesysteme sorgfältig analysiert und untersucht.

Der Verdacht einer Impfkomplikation wird vom Arzt oder der Ärztin an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet, welches die Daten an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weiterleitet. Das PEI ist die zuständige Bundesoberbehörde, welche die Meldungen in einer Nebenwirkungsdatenbank zentral erfasst, analysiert und auswertet. Die Bewertung der Meldungen erfolgt nach international vereinbarten Kriterien, die durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt worden sind.