Masern-Impfung bei Erwachsenen

Infektion

Masern werden durch Viren verursacht. Sie werden nur von Mensch zu Mensch übertragen und gehören zu den ansteckendsten Krankheiten. Die Viren werden durch Tröpfchen, z. B. beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Fast jeder Kontakt von ungeschützten Personen mit einem Erkrankten führt zu einer Ansteckung. Sogar auf mehrere Meter Entfernung ist das möglich. Bereits fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlags sind Infizierte ansteckend.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich eine Welt ohne Masernkranke zum Ziel gesetzt. Aufgrund breit angelegter Impfkampagnen sank die Anzahl der Maserntoten weltweit von 873.000 im Jahr 1999 auf 164.000 im Jahr 2008.  Nord- und Südamerika, Skandinavien, viele Länder in Osteuropa und einige Staaten im Süden Afrikas sind frei von Masern. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehrere hundert Menschen an Masern, selten treten auch Todesfälle auf.

Gemeldete Masernfaelle in Deutschland 2001 bis 2015.

Gemeldete Masernfaelle nach Altersgruppen in Deutschland 2015. Der höchste Wert liegt bei 306 Fällen bei den 10 bis 14 Jährigen.

Das Ziel: Maximal 80 Fälle pro Jahr
Zahlen zu Masernerkrankungen werden in Deutschland erst seit Einführung der Meldepflicht im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001 erfasst. Parallel hat die Ständige Impfkommission (STIKO) 2001 die Empfehlung für die 2. Masern-Mumps-Röteln-Impfdosis vom 5.-6. Lebensjahr auf das 2. Lebensjahr vorgezogen, um frühzeitiger einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. In den Folgejahren sind die Masernfälle pro Jahr deutlich gesunken. Der erneute Anstieg der Erkrankungszahlen nach 2005 wurde jedoch durch immer wieder auftretende, regional und zeitlich begrenzte Krankheitsausbrüche verursacht. Fast alle dieser Masernerkrankten waren ungeimpft und zunehmend waren Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Die STIKO hat folglich im Jahr 2010 eine Masernimpfung für bislang nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpfte nach 1970 geborene Erwachsene empfohlen, um die bestehenden Immunitätslücken zu schließen. Denn Masernausbrüche lassen sich erst verhindern, wenn 95 % der Bevölkerung immun sind.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Sind Masern eine Kinderkrankheit?

Nein. Masern werden zwar fälschlicherweise häufig als ,,Kinderkrankheit" bezeichnet. Das hat seinen Grund jedoch nur in der leichten Übertragung der Erreger: Da Masern hoch ansteckend sind, erkrankten früher die meisten Menschen bereits als Kind daran. Jugendliche und Erwachsene können sich aber ebenso anstecken. Da heutzutage viele Kinder gegen Masern geimpft sind, stecken sich sogar vermehrt ungeschützte Jugendliche oder Erwachsene an: Mehr als die Hälfte der Masernfälle in Deutschland betreffen heute Jugendliche über 10 Jahre und Erwachsene.

Wie kann ich mein Baby davor schützen, sich bei älteren Kindern anzustecken?

Auch Babies geimpfter Mütter verfügen in den ersten Wochen nach der Geburt über mütterliche Antikörper. Da jedoch Säuglinge im ersten Lebensjahr frühestens ab einem Alter von 9 Monaten selber geimpft werden können, entsteht eine Immunitätslücke. Eine Ansteckung mit Masern ist auch über mehrere Meter hinweg möglich, beispielsweise unter den Gästen eines Restaurants oder beim Abholen des älteren Geschwisters im Kindergarten. Der beste Schutz für Ihr Baby besteht, wenn die Menschen in seiner Umgebung gegen Masern geimpft sind.

Sind „Impf-Masern“ ansteckend?

Nein. Der leichte, masernähnliche Hautausschlag, der bei einigen Menschen nach der Impfung auftritt, kann nicht auf andere Menschen übertragen werden. Hervorgerufen wird dieser Ausschlag durch die Lebendviren, die der Impfstoff enthält. 

Kann bei Allergie gegen Hühnereiweiß mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff geimpft werden?

In der Regel kann auch bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden. Grund dafür ist die andere chemische Zusammensetzung und die geringe Menge des enthaltenen Hühnereiweißes. Besprechen Sie dies im Fall einer Allergie am Besten mit der Kinder- und Jugendärztin bzw. dem Kinder- und Jugendarzt.

Was hat die Masern-Impfung bisher in Deutschland bewirkt?

Seit Einführung der Impfung sind in Deutschland die Fallzahlen für Masern, Mumps und Röteln drastisch gefallen. Ausbrüche sind wesentlich seltener geworden. Das betrifft am stärksten die Bundesländer, in denen schon lange hohe Impfquoten erreicht wurden. Deutschland befindet sich derzeit in Hinblick auf die Elimination der Masern und Röteln in einer Übergangszeit. Weil Masern hoch ansteckend sind, reichen die Impfquoten noch nicht aus, um das Virus weitgehend zu verbannen. In den letzten Jahren erkranken nicht nur kleine Kinder, sondern auch vermehrt Ältere. Mehr als die Hälfte der Masern-Erkrankungen betreffen heute Jugendliche und nach 1970 geborene Erwachsene.

Wie häufig sind Masern in Europa?

Zwischen Januar und Dezember 2013 wurden europaweit insgesamt rund 31.520 Masernfälle gemeldet. Die meisten Fälle traten in neun Ländern auf: Georgien (7.830), Türkei (7.404), Ukraine (3.308), Niederlande (2.499), Italien (2.216), Russische Föderation (2.174), Deutschland (1.773), Großbritannien (1.900) und Rumänien (1.074). Mindestens 8.271 Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sieben Erkrankte starben an den Masern. Zwei davon waren Säuglinge unter einem Jahr, die noch nicht geimpft werden konnten; die anderen waren 9, 17, 19, 25 und 31 Jahre alt.

Warum wird zweimal gegen Masern-Mumps-Röteln geimpft?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass zwischen fünf und zehn Prozent der Geimpften durch die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln nicht immun werden. Nach zwei Impfungen sinkt dieser Anteil, so dass die Impfeffektivität auf bis zu 99% steigt.