HPV-Impfung bei Jugendlichen

Infektion

Humane Papillomaviren (kurz: HPV) gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. Etwa 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an. Mehr als 100 verschiedene Typen dieses Erregers sind bekannt. Manche rufen beispielsweise so genannte Feigwarzen hervor. Insbesondere die Hochrisiko-Typen des HP-Virus 16 und 18, gegen die geimpft werden kann, können Zellveränderungen verursachen, aus denen sich auch Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann.

Der Aufbau des Impfschutzes gegen HPV sollte möglichst vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen sein, da dann der bestmögliche Schutz erreicht werden kann. Empfohlen wird die Impfung daher für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Mädchen und junge Frauen, die noch nicht gegen HPV geimpft sind, sollten die Impfung bis zum Alter von 17 Jahren nachholen.

HPV wird hauptsächlich auf sexuellem Wege übertragen, wenn Viren auf die Schleimhaut oder geschädigte Hautbereiche des Partners gelangen. Durch feinste oder unbemerkte Einrisse und Wunden oder bei Entzündung können die Viren eindringen. Ebenfalls sind in seltenen Fällen Schmierinfektionen möglich, beispielsweise über Gegenstände. Auch eine Virusübertragung von der Mutter auf das Kind bei der Geburt ist möglich.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Was bedeutet "HPV"?

HPV ist die Abkürzung für das Humane Papilloma-Virus. Von diesem Virus gibt es ca. 100 verschiedene Typen. Etwa 40 von ihnen können beim Menschen zu Erkrankungen an Haut und Schleimhäuten der Geschlechtsorgane, aber auch des Mund-Rachenbereichs verursachen. Humane Papilloma-Viren treten weltweit auf und sind die häufigsten Viren, die durch Sexualkontakte übertragen werden.

Die HPV-Typen werden unterschieden in:

  • Niedrigrisiko-Typen wie z.B. HPV 6 und 11 – diese können u.a. Feigwarzen und leichte Zellveränderungen verursachen
    und
  • Hochrisiko-Typen wie z.B. HPV 16 und 18 – sie können zu Zellveränderungen aller Schweregrade führen.

Etwa 80 Prozent der HPV-Infektionen heilen innerhalb von 6 bis 18 Monaten ohne Behandlung aus. In ca. 20 Prozent der Fälle gelingt es jedoch der körpereigenen Immunabwehr nicht, die Viren auszuschalten. Bei solchen länger anhaltenden Infektionen können sich Zellveränderungen verschiedener Schweregrade bis hin zu Krebsvorstufen, Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten entwickeln. Zwischen der Infektion mit HP-Viren bis zum Auftreten von dadurch verursachtem Krebs vergehen meist mehrere Jahre.

Wer übernimmt die Kosten der HPV-Impfung?

Seit August 2014 empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung gegen HPV für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Fehlende Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Diese Empfehlung ist Grundlage für die Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Sobald die Aufnahme der geänderten Empfehlung in die Schutzimpfungsrichtlinie erfolgt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Impfung für Mädchen und junge Frauen im Alter von 9 bis 17 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Kosten der Impfungen gegen HPV für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren von den Krankenkassen gezahlt. Dies entspricht der alten Empfehlung zur HPV-Impfung.

Einige Krankenkassen erstatten die Impfung bereits seit Jahren über den Rahmen der STIKO-Empfehlungen hinaus, so dass es sich lohnt, bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen.

Ist auch beim Petting eine Ansteckung mit HPV möglich?

Ja, denn HPV wird von Haut zu Haut weitergegeben, bei direkter Berührung oder auch durch abwechselndes Streicheln.

Kann nach Beginn der Impfserie zum Aufbau des HPV-Impfschutzes zwischen den beiden verfügbaren Impfstoffen gewechselt werden?

Es wird empfohlen alle Impfungen zum Aufbau des HPV-Impfschutzes mit dem gleichen Impfstoff durchzuführen, dass heißt: wurde beispielsweise der Zweifachimpfstoff geimpft, sollte die Impfserie auch mit diesem Impfstoff abgeschlossen werden. In gleicher Weise sollte weiterhin mit dem Vierfachimpfstoff gegen HPV geimpft werden, wenn mit diesem begonnen wurde.

Warum ist es wichtig, dass Frauen auch nach der HPV-Impfung an der Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs teilnehmen?

Die Impfung schützt vor den HPV-Typen 16 und 18, der Vierfach-Impfstoff zusätzlich vor HPV 6 und 11. Etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch die Hochrisiko-Virustypen 16 und 18 verursacht. Seltener sind auch andere Virustypen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, gegen welche die Impfung nicht wirksam ist. Deswegen ist es so wichtig, dass auch geimpfte Frauen ab einem Alter von 20 Jahren regelmäßig zu den Früherkennungsuntersuchungen gehen. Dann können Zellveränderungen und Krebsvorstufen durch den so genannten Pap-Test erkannt und behandelt werden, bevor es zu einer Krebserkrankung kommt.