Röteln-Impfung bei Kindern

Infektion

Röteln sind eine Virusinfektion. Röteln können besonders schwerwiegende Folgen haben, wenn sich eine schwangere Frau ansteckt. Dann kann das ungeborene Kind eine sogenannte Rötelnembryopathie bekommen – eine schwerwiegende Schädigung des Ungeborenen während der ersten vier Schwangerschaftsmonate.

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass es nicht ausreicht, die Röteln-Impfung nur für Mädchen und Frauen mit Kinderwunsch zu empfehlen. Dass sich Schwangere anstecken, kann erst dann ausgeschlossen werden, wenn sich Röteln-Infektionen - durch hohe Impfraten - gar nicht mehr ausbreiten. Hierfür müssten über 90 Prozent aller Kinder zweimal geimpft sein. Diese Impfrate ist in Deutschland aber insbesondere mit der 2. Impfung noch nicht erreicht.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Sind Röteln eine Kinderkrankheit?

Nein. Röteln werden zwar fälschlicherweise häufig als ,,Kinderkrankheit" bezeichnet. Das hat seinen Grund jedoch nur in der leichten Übertragung der Erreger: Da Röteln sehr ansteckend sind, erkrankten vor Einführung der Impfung fast alle bereits im Kindesalter. Auch in den letzten 10 Jahren wurden Röteln nach Meldungen in den neuen Bundesländern hauptsächlich bei Kindern zwischen einem und 14 Jahren beobachtet. Etwa jeder Fünfte Erkrankten war jedoch zwischen 15 und 49 Jahren alt. Das heißt: Jeder, der noch keine Röteln hatte oder nicht geimpft ist, kann sich bei Kontakt anstecken.

Übertragen sich Antikörper gegen Röteln von der Mutter auf das Kind?

Ja. Die Antikörper der Mutter übertragen sich auf das Kind (Nestschutz). Der Schutz gegen Röteln nimmt beim Säugling jedoch in den Monaten nach der Geburt allmählich ab.

Warum sollen Jungs gegen Röteln geimpft werden?

Jungs bräuchten für sich selbst weniger dringend eine Röteln-Impfung. Ungeschützt können sie aber jede schwangere Frau in ihrer näheren Umgebung gefährden, bei denen eine Rötelnerkrankung schwerwiegende Folgen hat. Im Erwachsenenalter kann die Ansteckungsgefahr auch die eigene Frau beziehungsweise das eigene ungeborene Kind betreffen.

Warum wird zweimal gegen Masern-Mumps-Röteln geimpft?

Kindern und Jugendlichen werden zwei MMR-Impfungen empfohlen, da zwischen 5 und 10 von 100 Geimpften durch die erste Impfung nicht ausreichend geschützt werden. Durch die zweite Impfung können bis zu 99 von 100 Personen einen Impfschutz aufbauen.

Kann bei Allergie gegen Hühnereiweiß mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff geimpft werden?

Wenn Sie gegen Hühnereiweiß allergisch sind, können Sie dennoch in der Regel die MMR-Impfung erhalten.

Die MMR-Impfung enthält Spuren von Hühnereiweiß. Daher gibt es gelegentlich das Gerücht, Allergiker sollten sich nicht gegen MMR impfen lassen.

Das Hühnereiweiß im Impfstoff ist jedoch nicht das gleiche Eiweiß wie in einem Hühnerei und im MMR-Impfstoff nur in geringen Mengen vorhanden. Studien haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der Personen, die gegen Hühnereiweiß allergisch ist, den Impfstoff vertragen.

Beraten Sie sich im Fall einer Hühnereiweiß-Allergie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Einzel- oder Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln?

Gegen Mumps und gegen Röteln gibt es keinen Einzel-Impfstoff mehr. Darum ist die Impfung nur als gleichzeitige Impfung gegen Mumps, Röteln und Masern möglich. Gegen Masern könnte man im Prinzip einzeln impfen. Der Einzel-Impfstoff muss allerdings importiert werden. Der Schutz gegen Röteln und Mumps würde dann außerdem fehlen

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln trotz überstandener Krankheit?


Wer Masern, Mumps oder Röteln durchgemacht hat, ist danach sein Leben lang geschützt. Man überträgt die Krankheit dann auch nicht. Eine Impfung wäre dann eigentlich nicht nötig.

Oft bleibt jedoch eine Unsicherheit. Der Ausschlag anderer Krankheiten wird leicht mit dem Ausschlag bei Röteln oder Masern verwechselt. Die Krankheitszeichen von Mumps müssen auch nicht eindeutig sein. Daher wird zum Beispiel allen nach 1970 geborenen Erwachsenen (unabhängig davon, ob sie die Masern hatten oder nicht), eine Masern-Impfung empfohlen, wenn sie

  - noch nicht geimpft wurden,
  - in der Kindheit nur einmal geimpft wurden oder
  - nicht sicher sind, ob und wie häufig sie bereits geimpft wurden.

Die Impfung erfolgt üblicherweise mit MMR-Impfstoff.

Ein Bluttest kann zeigen, ob man ausreichend gegen Masern, Mumps und Röteln geschützt ist. Beraten Sie sich am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wer bereits erkrankt war oder eine Impfung gegen die Erkrankungen erhalten hat, kann trotzdem geimpft werden. Wenn man also nicht genau weiß, ob man geschützt ist oder nicht, sollte man sich wie von der STIKO empfohlen impfen lassen.