Rotaviren-Impfung bei Kindern

Infektion

Rotaviren sind eine der häufigsten Ursache für Durchfälle und Erbrechen bei Kindern. Da die Erreger sehr ansteckend sind, erkranken fast alle Kinder in den ersten 5 Lebensjahren – die meisten bis zum Alter von 2 Jahren. Vor allem bei Säuglingen kann ein großer Flüssigkeits- und Salzverlust durch Brechdurchfall schnell zu einer gefährlichen Austrocknung führen. Ist der Wasserverlust zu hoch, müssen die Kinder im Krankenhaus behandelt werden. Um dies zu vermeiden, wird allen Säuglingen möglichst früh die vorbeugende Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen.

Die Erreger kommen bei Erkrankten im Magen-Darm-Trakt vor. Die Übertragung ist solange möglich wie die Viren mit dem Stuhl ausgeschieden werden. In der Regel dauert dies bis zu 8 Tage, in Einzelfällen können die Erreger auch länger ausgeschieden werden.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektion. Die Viren werden dabei durch kleinste Stuhl-Reste an den Händen weitergegeben und können von der Hand in den Mund gelangen (Stuhl-Hand-Mund). Zudem ist auch eine Ansteckung über verunreinigte Gegenstände wie Spielsachen oder Türgriffe sowie über Lebensmittel und Trinkwasser möglich. Denn die Erreger können in der Umwelt mehrere Tage überleben. Da auch durch gründliches Händewaschen und Desinfizieren eine Ansteckung mit Rotaviren nicht vollständig vermieden werden kann, bietet die Impfung den besten Schutz für Säuglinge.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Darf ich mein Kind nach der Rotavirus-Impfung stillen?

Ja. Es wird jedoch vorsorglich empfohlen, etwa 1 Stunde vor und 1 Stunde nach der Schluckimpfung nicht zu stillen, da dies möglicherweise die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen könnte. In diesem Zeitraum sollte eventuell auf die Gabe anderer Flüssigkeiten ausgewichen werden. 

Was ist eine Darmeinstülpung (Invagination) nach einer Rotavirenimpfung?

Eine Darmeinstülpung ist eine sehr seltene Nebenwirkung, die nach einer Rotaviren-Impfung auftreten kann (etwa 1 bis 2 zusätzliche Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder). Sollten in der ersten Woche nach der Schluckimpfung jedoch starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen und /oder blutige Stühle auftreten, sollten Sie Ihr Kind umgehend ärztlich untersuchen lassen.

Wer übernimmt die Kosten für die Rotaviren-Impfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Rotaviren-Impfung für alle Säuglinge seit Juli 2013. Diese Empfehlung ist Grundlage für die Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der den Umfang von Schutzimpfungen als Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmt. Seit Februar 2014 ist die Rotaviren-Impfung in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen. Das bedeutet, alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung für die empfohlene Altersgruppe.
Für privat Krankenversicherte richtet sich die Kostenübernahme nach dem Vertrag.

Kann mein Kind trotz Rotaviren-Impfung an Durchfall erkranken?

Die Impfung bietet ausschließlich Schutz vor Durchfallerkrankungen, die durch Rotaviren ausgelöst werden. Rotaviren können bei Säuglingen und kleinen Kindern schwere Brechdurchfälle hervorrufen, die nicht selten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Impfung schützt jedoch nicht vor Durchfällen, die durch andere Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen oder durch Unverträglichkeiten hervorgerufen werden.