Kombinationsimpfstoffe für Kinder

Eine Impfung gegen mehrere Infektionskrankheiten

Für einige Infektionskrankheiten gibt es seit langem Kombinationsimpfungen. Diese Impfstoffe wirken gleichzeitig gegen mehrere Infektionskrankheiten, so dass gemeinsam mit einer Impfdosis gleich mehreren Krankheiten vorgebeugt werden kann.

Aktuell empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Kinder vor allem diese Kombinationsimpfungen:

  1. 6-fach-Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung (Polio), Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Hepatitis B
    Für die 6-fach-Impfung sind vier Impftermine (zwischen Ende des zweiten Lebensmonats und Ende des ersten Lebensjahres) vorgesehen. Es gibt aber auch andere Impfstoff-Kombinationen. Zum Beispiel sind statt des 6-fach-Impfstoffes auch Kombinationen ohne Hib und/oder Hepatitis B möglich.

  2. Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln und ggf. Windpocken
    Die 3-fach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) oder die 4-fach Impfung, die zusätzlich gegen Windpocken (MMRV) schützt. Die Impfung gegen MMR und Windpocken erfolgt in zwei Schritten - gegen Ende des ersten und im zweiten Lebensjahr. Während gegen Masern, Röteln und Windpocken auch Einzelimpfstoffe zur Verfügung stehen, kann gegen Mumps nur in Kombination geimpft werden.

Für einen lang anhaltenden, sicheren Schutz sollten einige Impfungen im Alter zwischen 5 und 6 Jahren noch einmal aufgefrischt werden. Hierzu zählen die Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis). Auch für diese Auffrischungen stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung

Pro & Contra

Erleichterung durch Kombinationsimpfstoffe

Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig gegen mehrere Infektionskrankheiten schützen, sind eine große Erleichterung. Denn wenn beispielsweise für die empfohlenen Impfungen im Säuglings- und Kleinkindalter ein 6-fach-Impfstoff verwendet wird, bedeutet dies einen einzigen „Pieks“ für das Kind anstelle von sechs Impfspritzen. Ohne diese Kombinationsimpfstoffe wären für alle empfohlenen Impfungen im Kindesalter mehr als 30 Einzelimpfungen notwendig.

Können Kombinationsimpfstoffe gefährlich sein? Impfexperten sagen: Nein

Seit Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung stehen, vermuten manche Menschen, dass diese Impfstoffe mehr Nebenwirkungen auslösen als Einzelimpfstoffe. Es gibt verschiedene Untersuchungen, die dieser Frage nachgegangen sind. Das Ergebnis ist, dass Kombinationsimpfstoffe nicht mehr und - wie andere, moderne Impfstoffe - nur sehr selten schwere Nebenwirkungen haben. Die Impfstoffkombinationen sind in der Regel sehr sicher und gut verträglich.

Ein möglicher Nachteil von Kombinationsimpfstoffen ist, dass es schwieriger wird, bestimmte Impfungen auszusparen. Es gibt aber auch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten und Einzelimpfstoffe, sodass im Einzelfall die Impfungen gegen mehrere Infektionskrankheiten individuell angepasst werden können. Dies sollte jedoch gründlich überlegt und medizinisch begründet sein. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) gehen überwiegend von Kombinationsimpfstoffen aus.