FSME-Impfung bei Kindern

Infektion

FSME ist die Abkürzung für „Frühsommer-Meningoenzephalitis“. Hierbei handelt es sich um eine Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarkentzündung, die durch Viren verursacht wird. Die Viren werden durch den Stich von Zecken auf den Menschen übertragen. Sehr selten wurden auch Infektionen durch den Genuss von Rohmilch von Ziegen, Schafen oder Kühen berichtet. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.

FSME-Risikogebiete in Deutschland. Basis: FSME Erkrankungen 2002 bis 2014, die dem Robert Koch-Institut übermittelt wurden. Stand: Mai 2016

Vorkommen der FSME

In Deutschland kommt die FSME vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch im südlichen Hessen (Odenwald) und im südöstlichen Thüringen vor. Außerdem betroffen sind die Landkreise Marburg-Biedenkopf (in Mittelhessen), Saar-Pfalz-Kreis (im Saarland), Birkenfeld (in Rheinland-Pfalz) und Vogtlandkreis (in Sachsen) . Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht in jedem Frühjahr eine aktuelle Karte mit den FSME-Risikogebieten in Deutschland.

Außerhalb der Risikogebiete werden in Deutschland nur vereinzelte FSME-Infektionen beobachtet.

Die Hauptübertragungszeit der FSME liegt zwischen April und November, bei mildem Wetter vereinzelt auch im Winter. Krankheitsübertragende Zecken kommen in Mitteleuropa bis in Höhen über 1300 m vor.

Weitere FSME-Risikogebiete

Die FSME tritt auch in zahlreichen weiteren europäischen Ländern auf. Risikogebiete befinden sich in Österreich, der Nord-Schweiz, im Baltikum (Estland, Lettland, Litauen), in Tschechien, der Slowakei, in Ungarn, Polen, Russland, Weißrussland, in Südschweden, Dänemark, Finnland, in Norditalien, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Albanien. Nahe Verwandte der hiesigen FSME-Viren sind von Nord-Ost-Europa über Sibirien und China bis hin nach Japan verbreitet. Sie verursachen ein der FSME ähnliches Krankheitsbild, die RSSE (Russian Spring-Summer-Encephalitis).

In den letzten Jahren lag die Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen in Deutschland zwischen 200 und 550 jährlich.

Balkendiagramm der gemeldeten FSME-Faelle in Deutschland von 2001 bis 2015.


Die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) empfiehlt allen Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten öfter in der freien Natur aufhalten, eine Impfung gegen FSME als sichersten Schutz vor der Krankheit.

Zusätzlicher Schutz vor Zeckenstichen

  • Zusätzlich sollten allgemeine Maßnahmen gegen Zeckenstiche ergriffen werden. Dazu gehört das Tragen geschlossener Kleidung (lange Hosen und Ärmel, Strümpfe, feste Schuhe, Hosenbeine in die Strümpfe gesteckt) in der Natur, denn Zecken sitzen häufig im Gras, Gebüsch oder Unterholz. Entgegen landläufiger Meinung lassen sie sich normalerweise nicht von Bäumen auf ihre Opfer herabfallen.
    Auch zeckenabweisende Mittel, auf unbedeckte Hautstellen und Kleidung aufgetragen, bieten einen gewissen Schutz, der aber nur wenige Stunden anhält.
  • Zecken können neben der FSME auch noch verschiedene andere Krankheiten, insbesondere die sogenannte Borreliose, übertragen. Diese Krankheit wird durch Bakterien verursacht und tritt in allen Teilen Deutschlands auf. Sie kann unerkannt und unbehandelt zu chronischen Schädigungen unter anderem des Herzens, der Nerven und der Gelenke führen. Leider gibt es gegen diese Krankheit bisher noch keine Impfung. Die Borreliose kann aber, im Gegensatz zur FSME, mit bestimmten Antibiotika behandelt werden.
    Die Erreger der Borreliose gehen meist erst nach einer mehrstündigen Saugzeit der Zecke auf den Menschen über. Deshalb sollten nach dem Aufenthalt in der freien Natur Körper und Kleidung sorgfältig auf Zecken abgesucht und diese so schnell wie möglich entfernt werden.
    Gegen die FSME ist diese Maßnahme leider nicht so wirksam, da die FSME-Viren schon zu Beginn des Zeckenstichs übertragen werden können.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Wie entfernt man eine Zecke?

Zecken sollte man möglichst schnell mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument gerade herausziehen. Es ist gut, wenn man darauf achtet, dass der Körper der Zecke möglichst nicht gequetscht wird, da sonst Krankheitserreger aus der Zecke in die Stichstelle hereingedrückt werden können. Nach dem Herausziehen der Zecke sollte die Stelle sorgfältig desinfiziert werden.

Auf keinen Fall sollte man die Zecke mit Klebstoff oder Nagellack beträufeln, da hierdurch die Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen noch begünstigt werden kann.

Treten kurz nach einem Zeckenstich Krankheitszeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder eine ringförmige Rötung im Bereich der Stichstelle auf, sollte in jedem Fall ein Ärztin bzw. ein Arzt aufgesucht werden.

Ab welchem Alter können Kinder gegen FSME geimpft werden?

Da Kinder gern in der Natur spielen, ist für sie das Risiko größer, von einer Zecke gestochen zu werden. Allerdings verläuft die FSME bei Kindern meist leichter als bei Jugendlichen und Erwachsenen. Kinder können ab dem ersten Geburtstag geimpft werden. Bei Kindern unter drei Jahren kann es durch die Impfung in bis zu 15 Prozent der Fälle zu einer Fieberreaktion kommen. Deshalb sollte in diesem Alter mit der Ärztin bzw. dem Arzt besprochen werden, wie hoch das tatsächliche Ansteckungsrisiko für das Kind im Einzelfall ist.

Um Kinder auch vor anderen durch Zecken übertragbaren Krankheiten wie der Borreliose zu schützen, sollten nach Aufenthalt in der Natur Körper und Kleidung sorgfältig auf Zecken abgesucht und diese so schnell wie möglich entfernt werden.

Kann man sich auch noch nach einem Zeckenstich durch eine Impfung schützen?

Eine nachträgliche Impfung nach einem Zeckenstich wird nicht empfohlen, da sie eine Infektion mit den FSME-Viren sehr wahrscheinlich nicht verhindern kann.

Sollte der Impfschutz gegen FSME durch eine Blutuntersuchung kontrolliert werden?

Bei Personen mit einer gestörten Immunabwehr und im Alter über 50 Jahren ist es sinnvoll, ein bis zwei Monate nach der zweiten Impfung gegen FSME (normales Impfschema) bzw. nach der dritten Impfung (Schnellschema) die Schutzwirkung mit einer Blutuntersuchung zu überprüfen. Ist die Antikörperkonzentration hierbei nicht ausreichend, kann noch eine zusätzliche Impfung gegeben werden.

Können alle Zecken in FSME-Risikogebieten das Virus übertragen?

Glücklicherweise sind auch in Risikogebieten nicht alle Zecken von dem FSME-Virus befallen. Je nach Region kann etwa jede tausendste bis jede zwanzigste Zecke die Krankheit übertragen. Nach dem Stich einer infizierten Zecke treten bei einem knappen Drittel der gestochenen Menschen Krankheitserscheinungen auf. Diese können vor allem bei Erwachsenen schwerwiegend sein und besonders bei älteren Menschen bleibende Schäden hinterlassen. Etwa jeder hundertste Erkrankte stirbt an der Infektion. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, können nur die Symptome behandelt werden, ein speziell gegen die FSME-Viren wirksames Medikament gibt es nicht.