Tetanus-Impfung bei Erwachsenen

Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr bei Tetanus

Die Krankheitserreger gelangen durch eine verunreinigte Wunde in den Körper, das können auch unscheinbare Kratzer oder Stiche sein. Etwa drei Tage bis drei Wochen (selten auch Monate) später treten die ersten Krankheitszeichen auf. Kribbeln und Taubheitsgefühl im Bereich der Wunde sowie Abgeschlagenheit, Unruhe und Kopfschmerzen sind erste Anzeichen. Nach kurzer Zeit kommen starke, schmerzhafte Krämpfe des Kiefers und weiterer Muskelgruppen hinzu. Die Patienten scheinen zu grinsen. Krämpfe des Kehlkopfes und der Brustmuskulatur können so ausgeprägt sein, dass sie zum Erstickungstod führen. Trotz moderner intensivmedizinischer Behandlung sterben auch heute noch 10 bis 20 Prozent der Patienten – meist an Atemnot oder Herzversagen.

In Ländern mit unzureichenden hygienischen Verhältnissen und geringen Impfraten bei Frauen sterben immer noch viele Säuglinge am Neugeborenen-Tetanus. Meist gelangen die Bakterien über die Nabelwunde in den Körper.

Nicht die Bakterien selbst verursachen die Krankheit, sondern die Gifte, die sie ausscheiden. Deshalb wird bei großen und schmutzigen Wunden schnellstmöglich Antiserum (Immunglobulin) gegeben, das noch frei zirkulierendes Gift unwirksam macht. Antibiotika sollen verhindern, dass sich die Bakterien weiter vermehren. Falls notwendig, werden Wunden operativ gesäubert. Je nachdem wie gut der Patient geimpft ist, wird bei Verletzungen auch eine Auffrischimpfung gegeben, um die körpereigene Abwehr schneller zu aktivieren. Verletzte mit ausreichendem Impfschutz (Impfung vor weniger als 10 Jahren) benötigen oft keine Behandlung gegen Tetanus.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Wie häufig tritt Tetanus in Deutschland auf?

In Deutschland treten aufgrund der sehr hohen Impfraten weniger als 15 Tetanusfälle pro Jahr auf. Meist handelt es sich um Erwachsene von über 45 Jahren. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig auch im höheren Alter die Auffrischimpfungen gegen Tetanus sind.

Tetanus: Reicht es aus, wenn ich mich nach einer Verletzung impfen lasse?

Wird nach eine Verletzung schnell behandelt, kann der Ausbruch der Krankheit meist verhindert werden. Den besten Schutz bietet allerdings die regelmäßige Impfung. Denn die Krankheitserreger gelangen durch verunreinigte Wunden in den Körper, das können auch unscheinbare Kratzer oder Stiche sein. Da gerade bei kleinen Verletzungen oft nicht die Ärztin oder der Arzt aufgesucht wird, besteht die Möglichkeit, dass sich die Bakterien vermehren. Zudem kann die Behandlung bei großen, stark verschmutzten Wunden unter Umständen nicht schnell genug einsetzen.

Alle Erwachsenen sollten ihren Impfschutz gegen Tetanus alle 10 Jahre auffrischen. Bei Verletzung kann auch schon früher eine Impfung empfohlen sein. Dies kommt auf die Art der Wunde und den Zeitpunkt der letzten Impfung an.

Kann die Impfung eine Tetanus-Erkrankung auslösen?

Nein. Der Impfstoff enthält das unschädlich gemachte Gift des Bakteriums, gegen das die Körperabwehr aktiv werden soll. Eine Tetanus-Erkrankung ist dadurch nicht möglich.

Ist man nach einer Tetanus-Erkrankung immun?

Eine überstandene Tetanus-Erkrankung schützt nicht dauerhaft vor erneuter Ansteckung. Daher ist auch bei durchgemachter Erkrankung die regelmäßige Auffrischung des Impfschutzes empfohlen.