Mumps-Impfung bei Kindern

Mumps, manchmal auch Ziegenpeter genannt, ist vor allem durch eine Entzündung und Schwellung der Ohrspeicheldrüsen gekennzeichnet. Etwa ein Drittel der Kleinkinder, die sich mit Mumps anstecken, entwickelt selbst jedoch keine Krankheitsanzeichen. Trotzdem können sie andere anstecken. Zurzeit werden in Deutschland rund 700 Mumpserkrankungen pro Jahr gemeldet.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder ab einem Alter von 11 Monaten zwei Impfungen gegen Mumps. Die Impfung erfolgt als Kombinationsimpfung gemeinsam mit der Impfung gegen Masern und Röteln (und eventuell Windpocken):

  • Die erste Impfung erfolgt im Alter von 11 bis 14 Monaten.
  • Die zweite Impfung sollte zwischen dem vollendetem 15. Lebensmonat und dem 23. Lebensmonat gegeben werden.
  • Zwischen beiden Impfungen müssen mindestens vier Wochen Abstand liegen.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat. Verpasste Impfungen sollten so schnell wie möglich nachgeholt werden.

 



Mumps: Ansteckung und Krankheitsverlauf

Übertragung der Viren

Mumps ist eine übertragbare Viruserkrankung, die weltweit und zu allen Jahreszeiten auftritt.

Die Mumps-Viren werden meist durch Husten und Niesen (Tröpfcheninfektion) oder direkten Speichelkontakt übertragen. Auf Oberflächen und Gegenständen können Mumps-Viren wenige Stunden ansteckend bleiben. Daher ist in ganz seltenen Fällen auch eine Übertragung durch Speichel, der auf Gegenstände gelangt, möglich.

Personen, die sich mit Mumps angesteckt haben, können sieben Tage vor und bis neun Tage nach Beginn der Erkrankung andere anstecken. Die Ansteckungsgefahr ist zwei Tage vor bis vier Tage nach Erkrankungsbeginn am größten. Auch wenn keine oder nur geringfügige Krankheitszeichen auftreten, können Betroffene Mumps übertragen.

Krankheitsbild

Meist 16 bis 18 Tage (manchmal 12 bis 25 Tage) nach der Ansteckung treten grippeähnliche Symptome, wie beispielsweise Fieber, Husten und Kopfschmerzen auf. Typisches Zeichen ist eine ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse, die  meist etwa drei bis acht Tage andauert. Weil dieses Krankheitszeichen längst nicht alle Kinder entwickeln, wird Mumps häufig nicht erkannt und für einen harmlosen Infekt gehalten.

Bis zu zehn Prozent der Erkrankten bekommen aufgrund der Infektion eine Hirnhautentzündung, die in der Regel folgenlos ausheilt. Die Hirnhautentzündung kann sich durch starke Kopfschmerzen, Nackensteife und Erbrechen äußern. Eine Entzündung des Gehirns hingegen kommt bei weniger als einem Prozent der Erkrankten vor; diese kann bleibende Schäden wie Lähmungen verursachen oder in Einzelfällen tödlich verlaufen.
In seltenen Fällen tritt auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Entzündung des Hörnervs auf, die sehr selten zu bleibenden Hörschäden führen kann.

Je älter Jungen sind, die Mumps bekommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch die Hoden entzünden. Dies kommt bei ungefähr jedem dritten männlichen Erkrankten nach der Pubertät vor. Die schmerzhafte Hodenentzündung kann die Fruchtbarkeit einschränken. Unfruchtbarkeit ist allerdings selten. Bei älteren Mädchen und Frauen können sich Brustdrüsen und selten Eierstöcke entzünden.

Bei Mumps können, wie bei fast allen Viruskrankheiten, nur die Symptome, aber nicht die Erkrankung selbst behandelt werden.

Mumps: Impfung

Die Impfung gegen Mumps

Allen Kindern und Jugendlichen wird eine zweimalige Impfung gegen Mumps empfohlen. Die Impfung erfolgt in Kombination zusammen mit Masern, Röteln und gegebenfalls Windpocken:

  • Die erste Impfung sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen.
  • Die zweite Impfung soll frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres, mit 23 Monaten, gegeben werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.
Verpasste Impfungen sollten möglichst bald nachgeholt werden.

Wichtig zu wissen: Auch nach vollständiger, zweimaliger Impfung kann in seltenen Fällen eine Mumps-Erkrankung auftreten. Zweimal gegen Mumps Geimpfte erkranken jedoch nicht so schwer, und die Häufigkeit von Komplikationen ist geringer.

Nebenwirkungen der Impfung

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (und gegebenenfalls Windpocken) ist trotz möglicher Impfreaktionen gut verträglich. Bei etwa 5 von 100 Geimpften kommt es in den ersten drei Tagen nach der Impfung durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an. Auch kurzfristige Allgemeinsymptome wie eine leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden können auftreten.

Da es sich um eine Lebendimpfung mit abgeschwächten Viren handelt, können ein bis vier Wochen nach der Impfung bei etwa zwei bis fünf von 100 Geimpften leichte, nicht übertragbare „Impf-Masern“ beobachtet werden: Fieber verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. Auch eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist gelegentlich möglich. Von Jugendlichen und Erwachsenen (sehr selten bei Kindern) sind Gelenkbeschwerden berichtet worden. Selten wird eine leichte Hodenschwellung beobachtet.

Solche Impfreaktionen sind in der Regel vorübergehend und klingen ohne Folgen nach kurzer Zeit wieder ab. Sie sind Zeichen der Auseinandersetzung des Abwehr-Systems mit dem Erreger, die zur Bildung von Abwehr-Stoffen führt (Antikörperproduktion).

Nebenwirkungen sind selten. Im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung kann es beim Säugling und jungen Kleinkind zu einem Fieberkrampf kommen. Bei einem Fieberkrampf verlieren die Kinder kurzzeitig das Bewusstsein. Die Muskeln können sich verkrampfen. In der Regel hört ein Fieberkrampf von selbst auf und bleibt ohne Folgen.

Allergische Reaktionen auf den Impfstoff sind möglich, ebenso länger andauernde Gelenkentzündungen. Beides ist aber sehr selten. Nur in Einzelfällen verminderte sich vorübergehend die Zahl der Blutplättchen, die für die Gerinnung zuständig sind. In der Regel verläuft diese Gerinnungsstörung leicht und normalisiert sich wieder innerhalb weniger Tage bis Wochen. Wie in Folge der Krankheit wird als sehr seltene Nebenwirkung auch eine mögliche Gehirnentzündung nach der Impfung diskutiert; weltweit sind diese nach Impfung in wenigen Einzelfällen beobachtet worden. Ein Zusammenhang mit der Impfung konnte jedoch nicht belegt werden.

Mumps: Häufige Fragen und Antworten (FAQs)