Mumps-Impfung bei Jugendlichen

In Deutschland treten immer wieder Erkrankungswellen mit Mumps auf. Ungefähr ein Drittel aller angesteckten Menschen entwickeln selbst keine Krankheitsanzeichen. Sie können die Erreger aber trotzdem auf andere übertragen. Männliche Jugendliche sind häufiger von einer schmerzhaften Hoden- oder Nebenhodenentzündung betroffen als Kinder.



Mumps: Ansteckung

Mumps wird durch Viren verursacht, die durch Tröpfchen, zum Beispiel beim Husten und Niesen, übertragen werden. Etwa 60 Prozent der ungeschützten Kontaktpersonen eines Erkrankten stecken sich an.


Mumps: Krankheitsverlauf

Ungefähr zwei Wochen nach der Ansteckung treten erste grippeähnliche Symptome wie beispielsweise Fieber, Husten und Kopfschmerzen auf. Oft kommt eine ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse hinzu. Weil diese Krankheitszeichen nicht bei allen auftreten, wird Mumps häufig nicht erkannt und für einen harmlosen Infekt gehalten.

Mumps kann jedoch auch schwere Krankheiten auslösen. Etwa 5 Prozent der Erkrankten bekommen in Folge der Infektion eine Hirnhautentzündung, die jedoch in der Regel folgenlos ausheilt. In seltenen Fällen tritt auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Entzündung des Hörnervs auf. Letztere führt bei einem von 20.000 an Mumps erkrankten Menschen zu bleibenden Hörschäden.

Je älter Jungen sind, wenn sie Mumps bekommen, desto häufiger sind sie von einer sehr schmerzhaften Hoden- oder Nebenhodenentzündung betroffen. Dies kommt bei 20 bis 30 Prozent der erkrankten männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor. Die Hoden können sich dadurch dauerhaft zurückbilden. Unfruchtbarkeit kommt jedoch nur sehr selten vor, da meist nur ein Hoden betroffen ist.

Mumps: Impfung

Die Impfung gegen Mumps

Durch eine zweimalige Impfung kann Mumps wirksam vorgebeugt werden. Üblicherweise wird mit einem Kombinationsimpfstoff gleichzeitig auch gegen Masern und Röteln geimpft. Bis zum zweiten Geburtstag sollten alle Kinder zweimal geimpft sein. Vielen Jugendlichen fehlt jedoch noch die zweite Impfung. Im Jahr 2005 hatte rund ein Viertel der Erstklässler sie noch nicht erhalten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einen vollständigen Mumps-Schutz besonders auch allen Jugendlichen, die als Praktikanten oder Auszubildende in der Kinderheilkunde, sowie in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergarten) arbeiten.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn ein Jugendlicher eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

 

Mögliche Nebenwirkungen nach Impfung

Bei etwa 5 von 100 Geimpften kommt es nach der Impfung durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Diese kann kurzfristig auch schmerzen. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe der Einstichstelle an. In den ersten drei Tagen werden auch häufiger Allgemeinsymptome beobachtet wie eine leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden.

Da es sich um eine kombinierte Lebendimpfung mit abgeschwächten Masern-, Mumps- und Röteln-Impfviren handelt, können in den ersten vier Wochen nach der Impfung bei etwa zwei bis fünf von 100 Geimpften leichte, nicht ansteckende „Impf-Masern“ beobachtet werden. Anzeichen sind Fieber verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. Auch eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist gelegentlich möglich. Von Jugendlichen und Erwachsenen sind Gelenkbeschwerden berichtet worden. Selten werden eine leichte Hodenschwellung oder eine ebenfalls leichte Reaktion der Bauchspeicheldrüse beobachtet.

Solche Impfreaktionen sind in der Regel vorübergehend und klingen folgenlos wieder ab.

Im Rahmen einer Fieberreaktion nach Impfung kann sich bei weniger als 1 von 1.000 geimpften Kindern ein Fieberkrampf entwickeln, der in der Regel ohne weitere Folgen bleibt. Jugendliche leiden jedoch nur äußerst selten an einem Fieberkrampf. Sehr selten sind auch allergische Reaktionen auf den Impfstoff. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wurden länger andauernde Gelenkentzündungen beobachtet. In Einzelfällen vermindert sich vorübergehend die Zahl der Blutplättchen, die für die Gerinnung zuständig sind. Wie in Folge der Krankheit wird als sehr seltene Nebenwirkung auch eine mögliche Gehirnentzündung nach der Impfung diskutiert; weltweit sind diese nach Impfung in wenigen Einzelfällen beobachtet worden. Ein Zusammenhang mit der Impfung konnte jedoch nicht belegt werden.

Mumps: Häufige Fragen und Antworten (FAQs)