Keuchhusten-Impfung bei Kindern

Für Eltern oder Großeltern ist Keuchhusten meist nur eine lästige Erkältung, eventuell mit langwierigem quälendem Husten verbunden. Für Säuglinge kann Keuchhusten jedoch eine echte Bedrohung darstellen. Die Ansteckung erfolgt dabei vor allem über enge Kontaktpersonen (rund 80 %), ohne dass diese sich dessen bewusst sind. Daher ist es sinnvoll, nicht nur Säuglinge möglichst früh gegen Keuchhusten zu impfen. Auch Eltern und sonstige Betreuungspersonen sollten sich bereits vor der Geburt des Kindes impfen lassen.

Gut zu wissen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grundimmunisierung von Säuglingen bei Verwendung des 6-fach Impfstoffes nach dem neuen reduzierten 2+1-Impfschema:

  • Die erste Impfung erfolgt im zweiten Lebensmonat (möglichst mit 8 Wochen)
  • Die zweite Impfdosis bekommt das Kind 8 Wochen später im vierten Lebensmonat.
  • Die letzte Teilimpfung wird noch vor dem Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11. Lebensmonat) im Abstand von 6 Monaten zur zweiten Impfung.

Frühgeborene, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren sind, sollen aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems die 6-fach-Impfung nach dem bisher empfohlenen 3+1-Impfschema mit vier Impfstoffdosen geimpft werden – im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten. Zwischen den ersten drei Impfstoffdosen soll jeweils ein Mindestabstand von 4 Wochen, zwischen der dritten und vierten Impfstoffdosis ein Mindestabstand von 6 Monaten eingehalten werden.

Von den 5-fach-Impfstoffen ist nur eines für ein 2+1-Impfschema zugelassen. Die anderen 5-fach Impfstoffe sind nur mit einem 3+1-Impfschema zu verwenden.

Auffrischimpfungen sind im Vorschul- und Jugendalter empfohlen.

 



Keuchhusten: Ansteckung

Keuchhusten wird durch Husten, Niesen oder beim Sprechen übertragen (Tröpfcheninfektion). Die Bakterien werden sehr leicht weitergegeben und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erkrankter alle anderen ungeschützten Familienmitglieder ansteckt, liegt bei fast 100 Prozent.

Je mehr die Wissenschaft über den Erreger des Keuchhustens lernt, umso geringer erscheinen die Aussichten, ihn ebenso aus einer Bevölkerung verbannen zu können wie beispielsweise Diphtherie oder Kinderlähmung. Unser Immunsystem kann ihn sich einfach nicht merken. Mütter geben keine Leihimmunität weiter und ganz egal ob der Schutz vor Keuchhusten durch eine durchgemachte Erkrankung oder die Impfung erworben wurde – bereits nach einigen Jahren lässt er wieder nach. Deshalb erkranken auch Erwachsene wiederholt, oft unbemerkt.


Keuchhusten: Krankheitsverlauf

Keuchhusten ist in der Regel eine langwierige Erkrankung, die über mehrere Wochen bis Monate anhält. Die Krankheit beginnt mit ca. zwei Wochen andauernden, grippeähnlichen Symptomen. Dann treten quälende Hustenanfälle über vier bis sechs Wochen auf. Die Hustenattacken steigern sich vor allem nachts und können bis zum Erbrechen führen. Die Krankheitszeichen klingen nur langsam wieder ab und erst nach weiteren sechs bis zehn Wochen sind die meisten Erkrankten wieder gesund.

Komplikationen treten vor allem bei Säuglingen auf. Bei ungefähr 15 bis 20 Prozent der im Krankenhaus behandelten Patienten und Patientinnen – überwiegend junge, ungeimpfte Säuglinge – kommt es zu einer Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung. Sehr selten treten auch Krampfanfälle auf. Etwa ein Prozent aller erkrankten Kinder unter sechs Monaten stirbt an der Erkrankung.

Auch Leisten- und Rippenbrüche kommen durch die starken Hustenanfälle vor. Keuchhusten kann zudem bleibende Schäden an der Lunge oder den Bronchien hinterlassen.

Keuchhusten: Impfung

Die Kombinationsimpfung gegen Keuchhusten (Pertussis)

Damit Ihr Kind möglichst frühzeitig eine vollständige Impfserie gegen Keuchhusten erhält, sollte die Impfung nicht später als angegeben erfolgen. Die Grundimmunisierung mit dem 6-fach-Impfstoff besteht aus drei Teilimpfungen:

  • Die erste Impfung erfolgt im zweiten Lebensmonat (möglichst ab einem Alter von 8 Wochen).
  • Die zweite Impfdosis bekommt das Kind im vierten Lebensmonat, 8 Wochen später.
  • Die letzte Teilimpfung wird vor dem Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11. Lebensmonat), mindestens 6 Monate nach der vorigen Impfdosis.

Bereits begonnene Impfserien unter Verwendung des 6-fach Impfstoffs, bei denen die ersten beiden Impfstoffdosen im Abstand von einem Monat verabreicht wurden, müssen nach dem 3+1-Schema (im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten) beendet werden.

Die Impfung soll dann im Alter von 5 bis 6 Jahren und im Alter von 9 bis 17 Jahren aufgefrischt werden. Im Erwachsenenalter soll einmalig in Kombination mit der nächsten fälligen Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie geimpft werden. Ein Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten steht nicht zur Verfügung.

Die STIKO empfiehlt vor allem auch allen Frauen mit Kinderwunsch sowie engen Kontaktpersonen von Säuglingen eine Impfung, um eine Gefährdung des Neugeborenen zu verhindern.

Im Rahmen der Grundimmunisierung gegen Keuchhusten werden Säuglinge üblicherweise mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft. Bei dieser Impfung wird außer gegen Keuchhusten gleichzeitig auch gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B geimpft.

Bitte sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über eignete Impftermine. Viele Impfungen können im Rahmen der U-Untersuchungen (Früherkennungsuntersuchungen) gegeben werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

 

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen des Sechsfachimpfstoffs

Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Als sehr häufige Impfreaktion kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an. Ebenso können Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizbarkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Hohes Fieber ab 39°C ist häufig, ebenso Infektionen der oberen Atemwege (Bronchitis). Solche Impfreaktionen klingen in der Regel ein bis drei Tagen nach der Impfung wieder ab.

Nebenwirkungen sind sehr selten. In Einzelfällen, d. h. bei weniger als einem von 10.000 Geimpften, kann es bei Säuglingen und jungen Kleinkindern im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Als  weitere seltene Nebenwirkung, die sich schnell und folgenlos wieder zurückbildet, wurde ein kurzzeitiger schockähnlicher Zustand („hypoton-hyporesponsive Episode; HHE“), in dem die Muskeln des Kindes erschlaffen und es nicht ansprechbar ist, beobachtet.
Allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffs sind möglich.

Je nach verwendetem Kombinationsimpfstoff können etwas andere Impfreaktionen oder Nebenwirkungen auftreten, die Unterschiede sind jedoch nicht groß.