Keuchhusten-Impfung bei Kindern



Keuchhusten: Ansteckung

Für Sie als Eltern oder Großeltern ist Keuchhusten meist nur eine lästige Erkältung, eventuell mit langwierigem quälenden Husten verbunden. Für Säuglinge bedeutet Keuchhusten jedoch eine echte Bedrohung (siehe Krankheitsbild). Die Ansteckung erfolgt dabei vor allem über enge Kontaktpersonen (rund 80%), ohne das diese sich dessen bewusst sind. Daher ist es sinnvoll, nicht nur Säuglinge möglichst früh gegen Keuchhusten zu impfen, sondern auch sich als Betreuungsperson schon vor der Geburt des Kindes impfen zu lassen.

Keuchhusten wird durch Husten, Niesen oder beim Sprechen übertragen (Tröpfcheninfektion). Die Bakterien werden sehr leicht weitergegeben und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erkrankter alle anderen ungeschützten Familienmitglieder ansteckt, liegt bei fast 100 Prozent.

Je mehr die Wissenschaft über den Erreger des Keuchhustens lernt, umso geringer erscheinen die Aussichten, ihn ebenso aus einer Bevölkerung verbannen zu können wie beispielsweise Diphtherie oder Kinderlähmung. Unser Immunsystem kann ihn sich einfach nicht merken. Mütter geben keine Leihimmunität weiter und ganz egal ob der Schutz vor Keuchhusten durch eine durchgemachte Erkrankung oder die Impfung erworben wurde – bereits nach einigen Jahren lässt er wieder nach. Deshalb erkranken auch Erwachsene wiederholt, oft unbemerkt.


Keuchhusten: Krankheitsverlauf

Keuchhusten ist in der Regel eine langwierige Erkrankung, die über mehrere Wochen bis Monate anhält. Die Krankheit beginnt mit ca. zwei Wochen andauernden, grippeähnlichen Symptomen. Dann treten quälende Hustenanfälle über vier bis sechs Wochen auf. Die Hustenattacken steigern sich vor allem nachts und können bis zum Erbrechen führen. Die Krankheitszeichen klingen nur langsam wieder ab und erst nach weiteren sechs bis zehn Wochen sind die meisten Erkrankten wieder gesund.

Komplikationen treten vor allem bei Säuglingen auf. Bei ungefähr 15 bis 20 Prozent der im Krankenhaus behandelten Patienten und Patientinnen – überwiegend junge, ungeimpfte Säuglinge – kommt es zu einer Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung. Sehr selten treten auch Krampfanfälle auf. Etwa ein Prozent aller erkrankten Kinder unter sechs Monaten stirbt an der Erkrankung.

Auch Leisten- und Rippenbrüche kommen durch die starken Hustenanfälle vor. Keuchhusten kann zudem bleibende Schäden an der Lunge oder den Bronchien hinterlassen.

Keuchhusten: Impfung

Die Kombinationsimpfung gegen Keuchhusten (Pertussis)

Damit Ihr Kind möglichst frühzeitig vollständig gegen Keuchhusten geschützt ist, sollte die Impfung nicht später als angegeben erfolgen. Die Grundimmunisierung besteht aus vier Teilimpfungen:

  • Die erste Impfung erfolgt ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat (ab der 9. Woche).
  • Die zweite Impfdosis bekommt das Kind mit vollendetem dritten Lebensmonat.
  • Die dritte Impfdosis erfolgt ab dem vollendeten vierten Lebensmonat.
  • Die letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres gegeben (11.-14. Lebensmonat).

Die Impfung soll dann im Alter von fünf bis sechs Jahren und im Alter von neun bis 17 Jahren aufgefrischt werden. Im Erwachsenenalter soll einmalig in Kombination mit der nächsten fälligen Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie geimpft werden. Ein Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten steht nicht zur Verfügung.

Die STIKO empfiehlt vor allem auch allen Frauen mit Kinderwunsch sowie engen Kontaktpersonen von Säuglingen eine Impfung, um eine Gefährdung des Neugeborenen zu verhindern.

Im Rahmen der Grundimmunisierung gegen Keuchhusten werden Säuglinge üblicherweise mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft. Bei dieser Impfung wird außer gegen Keuchhusten gleichzeitig auch gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B geimpft.

Bitte sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über eignete Impftermine. Viele Impfungen können im Rahmen der U-Untersuchungen (Früherkennungsuntersuchungen) gegeben werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

 

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen des Sechsfachimpfstoffs

Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Als sehr häufige Impfreaktion kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Gelegentlich schwellen Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an. Ebenso können Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizbarkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Hohes Fieber ab 39°C ist häufig, ebenso Infektionen der oberen Atemwege (Bronchitis). Solche Impfreaktionen klingen in der Regel ein bis drei Tagen nach der Impfung wieder ab.

Nebenwirkungen sind sehr selten. In Einzelfällen, d.h. bei weniger als einem von 10.000 Geimpften, kann es bei Säuglingen und jungen Kleinkindern im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Als  weitere seltene Nebenwirkung, die sich schnell und folgenlos wieder zurückbildet, wurde ein kurzzeitiger schockähnlicher Zustand („hypoton-hyporesponsive Episode; HHE“), in dem die Muskeln des Kindes erschlaffen und es nicht ansprechbar ist, beobachtet.
Allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffs sind möglich.

Je nach verwendetem Kombinationsimpfstoff können etwas andere Impfreaktionen oder Nebenwirkungen auftreten, die Unterschiede sind jedoch nicht groß.