Pneumokokken-Impfung bei Kindern



Pneumokokken: Ansteckung

Pneumokokken sind die häufigsten Erreger schwer verlaufender Infektionen durch Bakterien. Sie verursachen schwere Erkrankungen, wie Hirnhaut-, Lungen- oder Mittelohrentzündungen. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind durch eine Infektion mit Pneumokokken gefährdet. Bei zwei bis zehn Prozent der Erkrankten verläuft die Erkrankung tödlich, bei etwa 15 Prozent entstehen bleibende Folgeschäden.


Pneumokokken: Krankheitsbild

Die Bakterien (Streptococcus pneumoniae) werden wie bei einem grippalen Infekt durch Tröpfcheninfektion, das heißt meist durch Husten oder Niesen, übertragen. Sie sind vor allem dann gefährlich, wenn das Immunsystem ohnehin geschwächt ist – zum Beispiel nach einer Viruserkrankung oder durch chronische Erkrankungen. Für Säuglinge und Kleinkinder besteht ein erhöhtes Risiko, weil deren Immunsystem allein noch nicht in der Lage ist, eine Pneumokokken-Infektion abzuwehren. Infektionen der oberen Atemwege, wie sie bei starken Erkältungen vorkommen, begünstigen eine Pneumokokken-Infektion. Deshalb ist das Risiko einer Ansteckung in der kalten Jahreszeit besonders hoch.

Ein großer Teil der eitrigen Hirnhautentzündungen im Kindesalter wird von Pneumokokken verursacht. Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und Nasennebenhöhlenentzündungen können ebenfalls durch Pneumokokken verursacht werden.

Aufgrund der Schwere der Erkrankung, der häufigen Komplikationen und der hohen Sterblichkeit, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit Juli 2006 die Impfung gegen Pneumokokken für alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat.

Pneumokokken: Impfung

Die Impfung gegen Pneumokokken

Die Impfung gegen Pneumokokken wird allen Säuglingen ab einem Alter von zwei Monaten empfohlen. Im August 2015 hat die Ständige Impfkommission die Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung von Säuglingen angepasst. Statt wie bisher vier Impfungen, sind für Säuglinge zukünftig nur noch drei Impfungen empfohlen.

Die drei Impfungen sollen möglichst zu folgenden Zeiten erfolgen: 

    • Erste Impfung im Alter von zwei Monaten.
    • Zweite Impfung im Alter von vier Monaten.
    • Letzte Impfung 6 Monate später im Alter von 11 bis 14 Monaten.

    Frühgeborenen (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) wird unverändert das alte 3+1-Impfschema empfohlen: je eine Impfung im Alter von zwei, drei, vier und eine weitere Impfung im Alter 11 bis 14 Monaten.

    Alle Impftermine der Pneumokokken-Impfung können zeitgleich mit anderen empfohlenen Impfungen wahrgenommen werden.

    Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

     

    Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

    Nach der Impfung kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr häufig zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen kann. Ebenso können in den ersten drei Tagen nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Fieber, Schläfrigkeit, unruhiger Schlaf oder Magen-Darm-Beschwerden (z. B. weniger Hunger oder Durchfall) auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

    Nebenwirkungen sind selten. Bei Säuglingen und jungen Kleinkindern kann es gelegentlich im Zusammenhang mit Fieber zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Als weitere seltene Nebenwirkung, die sich schnell und folgenlos wieder zurückbildet, wurde ein kurzzeitiger schockähnlicher Zustand („hypoton-hyporesponsive Episode; HHE“), in dem die Muskelspannung nachlässt und es nicht ansprechbar ist, beobachtet. Allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffs (z. B. Nesselsucht) sind möglich.