HPV-Impfung bei Jugendlichen



HPV: Ansteckung

Humane Papillomaviren (kurz: HPV) gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. Etwa 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an. Mehr als 100 verschiedene Typen dieses Erregers sind bekannt. Manche rufen beispielsweise so genannte Feigwarzen hervor. Andere HPV-Typen können Veränderungen an Zellen verursachen, aus denen sich Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 4000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Etwa 70 Prozent der Fälle werden durch die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 verursacht. Darüber hinaus gibt es noch mindestens 13 weitere HPV-Typen, die Krebserkrankungen hervorrufen können.

Der Aufbau des Impfschutzes gegen HPV sollte möglichst vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen sein, da dann der bestmögliche Schutz erreicht werden kann. Empfohlen wird die Impfung daher für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Mädchen und junge Frauen, die noch nicht gegen HPV geimpft sind, sollten die Impfung bis zum Alter von 17 Jahren nachholen.

HPV wird hauptsächlich auf sexuellem Wege übertragen, wenn Viren auf die Schleimhaut oder geschädigte Hautbereiche des Partners gelangen. Durch feinste oder unbemerkte Einrisse und Wunden oder bei Entzündung können die Viren eindringen. Ebenfalls sind in seltenen Fällen Schmierinfektionen möglich, beispielsweise über Gegenstände. Auch eine Virusübertragung von der Mutter auf das Kind bei der Geburt ist möglich.


HPV: Krankheitsverlauf

Am häufigsten tritt eine Infektion bei jungen Menschen bis zum Alter von 25 Jahren auf. Das Risiko einer Ansteckung ist umso größer, je höher die Anzahl der Sexualpartner ist. Aber auch verschiedene andere Bedingungen, wie Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, beispielsweise Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper), erhöhen das Risiko einer Infektion mit HP-Viren.

Ungefähr 80 Prozent aller Menschen, die sich mit HPV angesteckt haben, bemerken dies nicht, weil keine Krankheitszeichen auftreten. Die Infektion heilt bei einem Großteil nach einiger Zeit von selbst und ohne bleibende Folgen wieder aus. Einige HPV-Typen können Hautveränderungen wie zum Beispiel spitze, wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter große Feigwarzen (Genitalwarzen) hervorrufen. Die Warzen treten in der Regel im Genitalbereich (Schamlippen, Damm, Penis, Leisten), am und im After, bei Frauen auch in der Scheide und am Gebärmuttermund auf. Obwohl Feigwarzen in der Regel harmlos sind, werden sie oft als störend empfunden.

Bei bis zu drei Prozent aller infizierten Frauen verursachen bestimmte HPV-Typen (hauptsächlich HPV 16 und 18, dazu noch etwa 13 weitere Hochrisiko-HPV-Typen) Gebärmutterhalskrebs. Der Gebärmutterhals stellt den Verbindungsteil zwischen der Gebärmutter und der Scheide dar. Diese Erkrankung entwickelt sich nur bei einer chronischen HPV-Infektion über viele Jahre und über mehrere Vorstufen. Wenn die Erkrankung bzw. die Vorstufen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt werden, können sie in der Regel gut behandelt werden.

HPV: Impfung

Die Impfung gegen HPV für Mädchen und junge Frauen

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen und junge Frauen. Im August 2014 wurde das Impfalter vorgezogen, so dass Mädchen möglichst im Alter von 9 bis 14 Jahren statt wie bisher empfohlen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen HPV geimpft werden sollten. Wurde man als Mädchen noch nicht gegen HPV geimpft, sollten fehlende Impfungen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Das Alter für die Impfung wurde herabgesetzt, damit junge Frauen einen Impfschutz gegen HPV aufbauen können, bevor sie sexuell aktiv werden. Denn für den bestmöglichen Schutz, sollte die Impfung möglichst vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Je nach Alter sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei oder drei Impfungen erforderlich.

HPV-Impfstoffe

Seit mehreren Jahren gibt es einen Zweifach-Impfstoff gegen die beiden Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 sowie einen Vierfach-Impfstoff gegen die HPV -Typen 16, 18 sowie 6 und 11. Die HPV-Typen 6 und 11 können Genitalwarzen verursachen. Ein weiterer, neuer Neunfach-Impfstoff, der zusätzlich gegen die Hochrisiko-Typen HPV 31, 33, 45, 52 und 58 wirkt, ist im Jahr 2016 hinzugekommen.

Impfung im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahre

Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei Impfungen erforderlich, wenn der empfohlene Abstand zwischen den beiden Impfungen eingehalten wird. Die zweite Impfung erfolgt mindestens fünf oder sechs Monate (je nach Impfstoff) nach der ersten. Der Abstand sollte 13 Monate nicht überschreiten. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt informiert Sie über die genauen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen.

Impfung ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahre

Ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren (je nach Impfstoff) wird dreimal gegen HPV geimpft. Abhängig vom Impfstoff wird die zweite Impfung einen bis zweieinhalb Monate nach der ersten Impfung gegeben. Die letzte Impfung erfolgt in der Regel sechs Monate (je nach Impfstoff frühestens drei Monate) nach der ersten Impfung. Die drei Impfungen sollten möglichst innerhalb eines Jahres verabreicht werden.

Wo kann man sich gegen HPV impfen lassen?

Die HPV-Impfung kann von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder Inneren Medizin oder bei der Frauenärztin bzw. dem Frauenarzt vorgenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Als häufigste Nebenwirkungen werden Schmerzen, Rötung oder eine Schwellung an der Einstichstelle beschrieben. Diese Beschwerden treten auch bei vielen anderen Impfungen auf und zeigen an, dass der Körper sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Andere häufigere Impfreaktionen sind Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Übelkeit, Juckreiz und Schwindel.

Schwere Nebenwirkungen treten nur selten auf. Allergische Reaktionen sind möglich. Besteht eine Unverträglichkeit gegenüber einem Bestandteil des Impfstoffs, kann nicht geimpft werden.

Die Impfung muss bei schweren, behandlungsbedürftigen Erkrankungen verschoben werden.

Hinweis:
Nach der Impfung ist eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Deshalb ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, regelmäßig zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung zu gehen.

HPV: Häufige Fragen und Antworten (FAQs)