Polio-Impfung bei Jugendlichen

Krankheitsbild und Ansteckungsgefahr bei Kinderlähmung

Polio-Viren werden hauptsächlich fäkal-oral übertragen. Dabei müssen winzige Spuren von Kot in den Mund gelangen. Das passiert relativ leicht, wenn beispielsweise nach dem Stuhlgang die Hände nicht gewaschen werden und anschließend Speisen zubereitet werden. Auch verschmutztes Trinkwasser kann eine Infektionsquelle sein. Da sich die Viren auf der Rachenschleimhaut vermehren, ist für kurze Zeit auch eine Ansteckung über Husten und Niesen möglich.

Wenn die Polio-Erkrankung ausbricht, werden drei Formen unterschieden:

  1. Bei der ersten Form entwickeln die Erkrankten grippeähnliche Symptome ohne eine Beteiligung des Zentralen Nervensystems.
  2. Bei der zweiten Form kommt zu diesen Symptomen eine Hirnhautentzündung mit Nackensteife, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen hinzu.
  3. Bei der dritten Form treten Lähmungserscheinungen auf.

Die Erkrankung selbst kann nicht behandelt werden. Wenn Lähmungen aufgetreten sind, können sich diese – auch noch viele Jahre später – weiter verstärken. Dieses sogenannte Post-Polio-Syndrom kann sich bis zu 35 Jahre nach der akuten Infektion entwickeln – selbst wenn in der Zwischenzeit keine Symptome aufgetreten sind.