Meningokokken-Impfung bei Kindern

Impfung

Aufgrund der Schwere von Meningokokken-Erkrankungen, der häufigen Komplikationen und der hohen Sterblichkeit empfiehlt die STIKO seit dem Jahr 2006 allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C. Ältere Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag, die noch keine Impfung gegen Meningokokken C erhalten haben, wird empfohlen diese möglichst bald nachzuholen.

In besonderen Situationen wie z. B. bestimmten Grunderkrankungen oder Reisen in Länder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko können Impfungen gegen weitere Meningokokken-Typen (Serogruppen) sinnvoll sein. Hierzu berät sie Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt.

Aktuell sind in Deutschland drei verschiedene Impfstoff-Typen verfügbar:

  • gegen Erreger der Serogruppe C,
  • gegen Erreger der Serogruppen A, C, W und Y
  • gegen Erreger der Serogruppe B.

Impfempfehlung bezüglich Meningokokken A, C, W135 und Y

Die Impfung gegen die Gruppen A, C, W und Y wird Menschen empfohlen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit den Erregern vorliegt. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. bei fehlender Milz)
  • gefährdetes Laborpersonal
  • ungeimpfte Haushaltskontaktpersonen eines Erkrankten mit einer schweren Meningokokken-Infektion mit einem dieser Serogruppen, so bald wie möglich nach dem Kontakt (zusätzlich zur Gabe von Antibiotika)
  • Bei Ausbrüchen auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden
  • Reisende in Länder, in denen diese Infektionen regelmäßig auftreten, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung
  • Schüler/innen/Studierende vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener Impfung für Jugendliche bzw. Schüler/innen/Studenten

Je nach Impfstoff kann eine Impfung gegen die Meningokokken-Typen A, C ,W135 und Y ab einem Alter von einem bzw. zwei Jahren erfolgen.

Impfung gegen Meningokokken B

Seit Dezember 2013 gibt es einen Impfstoff gegen Meningokokken B. Diese Impfung wird derzeit in Deutschland  nicht standardmäßig empfohlen. Die STIKO prüft dies jedoch weiter. Aktuell empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Meningokokken B Menschen mit bestimmten Grundkrankheiten, die auch eine Impfung gegen Meningokokken A, C, W und Y erhalten sollen. Zu dieser Gruppe gehören Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. bei fehlender Milz). Auch Kontakt und Bezugspersonen von Erkrankten sollten eine Impfung erhalten.

Bezüglich der Kosten für die Impfung ist zusätzlich eine Anfrage bei der Krankenkasse sinnvoll.

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Häufig kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr vorübergehend zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen oder sich verhärten kann. Ebenso können in den ersten Tagen nach einer Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Reizbarkeit (bei Säuglingen und Kleinkindern), Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall, Müdigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen und Schmerzen in Armen oder Beinen auftreten.

Selten bis sehr selten (das heißt etwa bei einem bis zehn von 10.000 oder einem von 100.000 Geimpften) können nach einer Impfung noch andere Beschwerden auftreten wie zum Beispiel eine vorübergehende Gesichtsschwellung oder Nesselsucht bis hin zum allergischen Schock (sehr selten) oder Schüttelfrost, Muskel- und Gelenksversteifungen (auch Nackensteifigkeit). Sehr selten wurden auch (Fieber-)Krämpfe, Schwindel, Ohnmacht oder Sehstörungen beobachtet.

Je nach verwendetem Impfstoff können etwas andere Impfreaktionen oder Nebenwirkungen in Betracht kommen und sie sind unterschiedlich wahrscheinlich. Wenn Ihr Kind oder Sie geimpft werden, informiert Sie Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt über den Impfstoff.