Rotaviren-Impfung bei Kindern

Impfung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit Juli 2013 allen Säuglingen ab dem Alter von 6 Wochen die Schluckimpfung gegen Rotaviren. Sie sollte möglichst bis zum Alter von 12 Wochen begonnen werden.

Je nachdem welcher Impfstoff verwendet wird, sind 2 oder 3 Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von 4 Wochen notwendig. Die Impfserie sollte je nach Impfstoff möglichst bis zum Alter von 16 Wochen oder bis zum Alter von 22 Wochen abgeschlossen sein - spätestens jedoch bis zum Alter von 24 Wochen bzw. 32 Wochen.


Impfstoffe gegen Rotaviren stehen in Deutschland seit dem Jahr 2006 zur Verfügung. Es handelt sich dabei um einen so genannten Lebendimpfstoff. Das heißt der Impfstoff enthält abgeschwächte Rotaviren, die die Erkrankung jedoch nicht auslösen. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass die Impfung wirksam schwere Krankheitsverläufe und notwendige Krankenhausbehandlungen aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen verhindern kann. 


Die Schluckimpfung kann auch gleichzeitig mit anderen Impfungen im Säuglingsalter gegeben werden (z. B. ab der 8. Lebenswoche gemeinsam mit der Sechsfach-Impfung).

Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Die Schluckimpfung gegen Rotaviren ist insgesamt gesehen gut verträglich. Durch die Anregung der körpereigenen Abwehr kann nach der Impfung häufiger vorübergehend Fieber, Durchfall oder Erbrechen auftreten und der Säugling kann kurzfristig reizbarer sein. Gelegentlich wurden nach der Impfung eine Erkältung, Bauchschmerzen oder Blähungen beobachtet. Selten bis sehr selten können Nebenwirkungen wie Blutbeimengungen im Stuhl, Hautausschlag oder eine Mittelohrentzündung auftreten.

Nach der ersten Teilimpfung besteht möglicherweise ein geringfügig erhöhtes Risiko, dass sich ein Darmabschnitt in einen anderen einstülpt. Diese Darmeinstülpung wird medizinisch Invagination genannt. Nach aktuellem Kenntnisstand können etwa 1 bis 2 zusätzliche Invaginationen pro 100.000 geimpfter Kinder auftreten. Da die Wahrscheinlichkeit für eine Invagination bei Säuglingen generell mit den Lebensmonaten zunimmt, wird empfohlen, die Impfserie möglichst früh zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen.

Kinder mit einer Neigung für eine solche Invagination sollten die Impfung nicht bekommen. Auch eine angeborene oder vermutete Immunschwäche kann gegen die Impfung sprechen.

Tipp: Bitte sprechen Sie bei den ersten U-Untersuchungen Ihres Kindes über die Impfung und geeignete Impftermine. Auch bei Frühgeborenen berät Sie Ihre Kinderärztin bzw. Ihr Kinderarzt, wie geimpft werden kann.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Darf ich mein Kind nach der Rotavirus-Impfung stillen?

Ja. Es wird jedoch vorsorglich empfohlen, etwa 1 Stunde vor und 1 Stunde nach der Schluckimpfung nicht zu stillen, da dies möglicherweise die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen könnte. In diesem Zeitraum sollte eventuell auf die Gabe anderer Flüssigkeiten ausgewichen werden. 

Was ist eine Darmeinstülpung (Invagination) nach einer Rotavirenimpfung?

Eine Darmeinstülpung ist eine sehr seltene Nebenwirkung, die nach einer Rotaviren-Impfung auftreten kann (etwa 1 bis 2 zusätzliche Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder). Sollten in der ersten Woche nach der Schluckimpfung jedoch starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen und /oder blutige Stühle auftreten, sollten Sie Ihr Kind umgehend ärztlich untersuchen lassen.

Wer übernimmt die Kosten für die Rotaviren-Impfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Rotaviren-Impfung für alle Säuglinge seit Juli 2013. Diese Empfehlung ist Grundlage für die Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der den Umfang von Schutzimpfungen als Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmt. Seit Februar 2014 ist die Rotaviren-Impfung in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen. Das bedeutet, alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung für die empfohlene Altersgruppe.
Für privat Krankenversicherte richtet sich die Kostenübernahme nach dem Vertrag.

Kann mein Kind trotz Rotaviren-Impfung an Durchfall erkranken?

Die Impfung bietet ausschließlich Schutz vor Durchfallerkrankungen, die durch Rotaviren ausgelöst werden. Rotaviren können bei Säuglingen und kleinen Kindern schwere Brechdurchfälle hervorrufen, die nicht selten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Impfung schützt jedoch nicht vor Durchfällen, die durch andere Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen oder durch Unverträglichkeiten hervorgerufen werden.