Rotaviren-Impfung bei Kindern

Krankheitsbild der Rotaviren

Nach der Ansteckung mit Rotaviren vergehen in der Regel keine 2 Tage bis wässrige Durchfälle sowie plötzliches Erbrechen und Bauchschmerzen einsetzen. Häufig treten auch leichtes Fieber, Husten und Schnupfen auf. Die Beschwerden halten etwa 2 bis 6 Tage an. Schwere Verläufe können einen schnellen Verlust an Flüssigkeiten zur Folge haben.

Am häufigsten erkranken Säuglinge und Kleinkinder bis zum 2. Lebensjahr. Bei ihnen verlaufen die Rotavirus-Infektionen oft schwerer, so dass in Deutschland jedes Jahr etwa 20.000 Kinder wegen Rotaviren im Krankenhaus behandelt werden müssen. Davon werden etwa 50 Kinder intensivmedizinisch betreut. Todesfälle kommen in Deutschland nur äußerst selten vor.

Besonders zwischen Februar und April häufen sich in Deutschland regelmäßig Magen-Darm-Erkrankungen durch Rotaviren.

Häufige Fragen und Antworten (FAQs)

Darf ich mein Kind nach der Rotavirus-Impfung stillen?

Ja. Es wird jedoch vorsorglich empfohlen, etwa 1 Stunde vor und 1 Stunde nach der Schluckimpfung nicht zu stillen, da dies möglicherweise die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen könnte. In diesem Zeitraum sollte eventuell auf die Gabe anderer Flüssigkeiten ausgewichen werden. 

Was ist eine Darmeinstülpung (Invagination) nach einer Rotavirenimpfung?

Eine Darmeinstülpung ist eine sehr seltene Nebenwirkung, die nach einer Rotaviren-Impfung auftreten kann (etwa 1 bis 2 zusätzliche Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder). Sollten in der ersten Woche nach der Schluckimpfung jedoch starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen und /oder blutige Stühle auftreten, sollten Sie Ihr Kind umgehend ärztlich untersuchen lassen.

Wer übernimmt die Kosten für die Rotaviren-Impfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Rotaviren-Impfung für alle Säuglinge seit Juli 2013. Diese Empfehlung ist Grundlage für die Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der den Umfang von Schutzimpfungen als Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmt. Seit Februar 2014 ist die Rotaviren-Impfung in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen. Das bedeutet, alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung für die empfohlene Altersgruppe.
Für privat Krankenversicherte richtet sich die Kostenübernahme nach dem Vertrag.

Kann mein Kind trotz Rotaviren-Impfung an Durchfall erkranken?

Die Impfung bietet ausschließlich Schutz vor Durchfallerkrankungen, die durch Rotaviren ausgelöst werden. Rotaviren können bei Säuglingen und kleinen Kindern schwere Brechdurchfälle hervorrufen, die nicht selten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Impfung schützt jedoch nicht vor Durchfällen, die durch andere Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen oder durch Unverträglichkeiten hervorgerufen werden.